Deutscher Gewerkschaftsbund

Passt auf euch auf! Übergriffe auf Beschäftigte

29.10.2018
Interview mit Volker Wiedemann, Leiter des Personalamts der Stadt Hamburg.

„Anstieg im Bereich der Bedrohungen nehmen wir sehr ernst“

Volker Wiedemann

Volker Wiedemann Stadt HH

Wie hat sich die Zahl der Übergriffe auf Behördenmitarbeiter entwickelt?

Gegenüber dem Jahr 2016 haben wir einen Anstieg feststellen müssen, besonders im Bereich der Beschimpfungen und Beleidigungen. Dies ist aber auch auf die angestiegene Sensibilisierung unserer Beschäftigten zurückzuführen und insbesondere auf einen veränderten – sensibleren - Umgang bei der Polizei. Womit nicht der Vollzugsdienst – dieser wird separat erfasst – sondern die Zentrale Verwahrstelle für Kraftfahrzeuge gemeint ist. Dort wurde 2016 lediglich eine Meldung erfasst, 2017 aber 101.

Wie sieht es mit Bedrohungen und körperlicher Gewalt aus?

Den Anstieg im Bereich der Bedrohungen nehmen wir sehr ernst. Im Bereich der körperlichen Gewalt verzeichnen wir einen leichten Rückgang – hier setzt sich der rückläufige Trend der vergangen Jahre fort. Überschattet wird dies aber durch die Attacke auf die Kollegen aus dem Bezirksamt Altona im September. Diese schreckliche und verdammungswürdige Tat macht klar, dass wir in unseren Bestrebungen, Übergriffen entgegenzuwirken, nicht nachlassen dürfen.

Was wird in den Behörden gegen die Übergriffe getan?

Die Ämter und Behörden erproben seit Jahren ein ganzes Bündel von Maßnahmen. Insgesamt werden 41 Maßnahmen auf den Gebieten Information, Organisation und zu baulichen Maßnahmen vorgehalten. Dazu zählen Notruftasten am Schreibtisch, die Übertragung des Hausrechts auf mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder konsequenten Sanktionen wie Hausverbote. Ganz besonders setzen wir auf das Thema Deeskalation. Hamburg hält im Fortbildungsangebot hierzu eine Vielzahl von Angeboten zu den Themen Deeskalation im Kundenkontakt, Gewaltprävention und Selbstbehauptungstraining vor. Für uns ist Kommunikation das geeignete Mittel, um Gewalt gar nicht erst entstehen zu lassen.

Was für Angebote gibt es für Mitarbeiter/-innen, die Opfer von Gewaltangriffen geworden sind?

Für sie besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Frühintervention schnell psychologisch-therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.


Nach oben