Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 05.09.2006

In fast einem Drittel aller Hamburger Ehen mit Kindern sind nur Männer erwerbstätig - Rahmenbedingungen für Erziehungs-Engagement der Väter verbessern

90 Prozent aller Alleinerziehenden in Hamburg sind weiblich, 58 Prozent von ihnen arbeiten
Rahmenbedingungen für Erziehungs-Engagement der Väter verbessern
Anlässlich der von TV-Moderatorin Eva Herman ausgelösten Debatte um die Frage, ob Frauen Kind und Karriere vereinbaren können, sollte man sich lieber Fakten und Rahmenbedingungen in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Geschlechter ansehen anstatt mit ewig gestrigen Thesen die Frauen zum Dauereinsatz an der Windel verdonnern zu wollen, schlägt der DGB Hamburg vor.
Nach Berechnungen des DGB Hamburg auf Grundlage der Zahlen aus dem Statistischen Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Zahlen für 2005) ergibt sich folgendes Bild:
Ehepaare mit Kindern und Erwerbstätigkeit
• Von den 151 000 Hamburger Ehepaaren mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren sind in
48 000 Fällen (31,8 Prozent) nur die Ehemänner erwerbstätig
• In 9000 Fällen (15,8 Prozent) arbeitet nur die Frau
• In 72 000 Ehen arbeiten sowohl Mann als auch Frau (47,7 Prozent) – was allerdings auch Teilzeittätigkeiten der Frau bei Vollerwerbstätigkeit des Mannes mit einschließt
• In den restlichen Fällen sind beide erwerbslos oder „Nichterwerbspersonen“.
Alleinerziehende mit Kindern und Erwerbstätigkeit
• Unter den 63 000 Hamburger Alleinerziehenden mit mindestens einem Kind gibt es
• nur 6000 Väter, die sich allein um den Nachwuchs kümmern
• über 90 Prozent sind alleinerziehende Mütter (57 000)
• 33 000 der Alleinerziehenden Mütter (58 Prozent) sind erwerbstätig,
• von den 6000 alleinerziehenden Vätern arbeiten 4000 oder 66,6 Prozent
Die Zahlen belegen, dass Kindererziehung nach wie vor überwiegend von Frauen geleistet wird, die dafür im Berufsleben zurückstecken, so der DGB Hamburg.
Erhard Pumm, Vorsitzender DGB Hamburg:
„Eva Herman hat in einem Punkt recht: Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen, ist nach wie vor ein Kunststück in dieser Gesellschaft. Und das ganz besonders für Frauen, die nach wie vor für zuständig erklärt werden, wenn es um die Erziehung der Kinder geht. Manche möchten das auch. Aber die meisten Frauen haben heute eine gute Ausbildung durchlaufen, und sie wollen nicht, dass ihre Investition in den Beruf mit der Familiengründung verpufft, die Karriere einen Knick bekommt. Davon abgesehen, sind etliche Frauen mit Kindern auch weiterhin zum Broterwerb gezwungen – doch leider sind einträgliche, der Qualifikation angemessene Jobs rar. Nachwuchs findet zwar jeder süß, aber bei vielen Firmenchefs gilt er auch als Hindernis und Ausfallrisiko, anstatt das Organisationstalent und die Belastungsfähigkeit vieler Mütter zu würdigen.
Wir Gewerkschaften ziehen den Schluss: Der Hamburger Arbeitsmarkt kann auf die Frauen gerade künftig nicht verzichten. Neben einem veränderten Rollenverständnis und qualitativ sowie quantitativ ausreichenden Kinderbetreuungseinrichtungen braucht es in den Betrieben mehr Rücksichtnahme und flexible Arbeitszeitmodelle - auch für Väter, die sich in der Erziehung engagieren wollen. Dass die Bundesregierung mit dem neuen Erziehungsgeld Anreize dafür schafft, dass auch Männer die Elternzeit wahrnehmen, begrüßen wir daneben grundsätzlich als ersten Schritt.“

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