Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 1/15 - 08.01.2015
10 Jahre nach Einführung von Hartz IV

Kinderarmut in Hamburg immer noch auf erschreckendem Niveau – DGB fordert Maßnahmen


Zehn Jahre nach Einführung von „Hartz IV“ hat Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger weitgehende Maßnahmen gegen die Kinderarmut in der Stadt gefordert. „Kinder sind die größten Verlierer dieser Arbeitsmarktre-form. Wer - wie sie - meist lange auf Hartz-IV-Niveau leben muss, hat weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt und schlechteren Zugang zu Bildung. Berufliche und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten im gesamten Leben werden so nachhaltig beschränkt. Im Alltag müssen sie auf vieles verzichten, was für andere Kinder üblich ist: Sport, Kultur, Mediennutzung, Nahverkehr – all das kostet immer mehr Geld und wird zum Teil unerschwinglich.“

In Hamburg leben nach DGB-Berechnungen 48.540 Kinder in Hartz-IV-Verhältnissen. Dies sind 21 Prozent aller in Hamburg lebenden Kinder unter 15 Jahren bzw. mehr als jedes 5. Kind. Damit ist die Hartz-IV-Armut unter Kindern deutlich stärker verbreitet als bei Menschen im Erwerbsalter. Dort ist „nur“ jede/r 9. auf Hartz IV angewiesen. 50 Prozent der erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher/innen sind in Hamburg zudem vier Jahre oder länger im Hilfebezug. Bei den 7- bis 14-Jährigen sind es hingegen 64 Prozent.

Kinderarmut in Hamburg

Kinderarmut in Hamburg DGB HH














Karger fordert, dass ein Teil der Mehreinnahmen aus dem Mindestlohn zur Bekämpfung der Kinderarmut aufgewendet wird. Denn neben Steuermehreinnahmen und zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträgen reduzieren sich auch die aufstockenden Leistungen. Nach Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit werden bundesweit ca. 700 bis 900 Millionen EUR weniger für die Subvention von Billiglöhnen und prekären Beschäftigungsverhältnissen aufgebracht werden müssen. Allein in Hamburg gab es zuletzt 36.227 Menschen, die trotz Erwerbstätigkeit Hartz IV – Leistungen beziehen mussten.

„Politik, Sozialpartner, Wohlfahrtspflege und Vereine müssen sich auf dieser Grundlage in Hamburg an einen Tisch setzen, um wirksame Maßnahmen zur Vermeidung von Kinderarmut zu entwickeln“, so Katja Karger.


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