Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 01.05.2010

Grund: Die Armut in Hamburg ist weiblich

Der Finanzmarkt produziere ein böses Lehrstück nach dem anderen, aber die Bereitschaft zu lernen sei in Wirtschaft und Politik unterentwickelt, kritisierte Hamburgs DGB-Vorsitzender Uwe Grund in seiner Mairede auf der Kundgebung am Museum der Arbeit. Spekulanten als Gewinner, ganze Staaten und ihre Bevölkerung als Verlierer, das sei eine Tragödie der Gerechtigkeit. „Die Finanzjongleure betreiben soziale Zerstörung zum Zweck der Bereicherung. Wer diesen Wahnsinn Freiheit nennt, wird uns demnächst auch Doping als Sport oder Folter als Brüderlichkeit verkaufen.“ Die soziale Ungerechtigkeit habe globale Dimensionen, aber auch viele nationale und lokale Facetten, sagte Grund. „Dieses Wegschauen der Wirtschaft, diese hausgemachte Hilflosigkeit der Politik, diese Skandalisierung des Sozialstaats in manchen Medien, diese asozialen Gerichtsurteile gegen kleine Leute - das alles macht mich wirklich wütend.“ Hinzu komme dieses Katz- und Mausspiel mit den Familien. Die Bundesregierung raffe sich zu einer Kindergelderhöhung von ganzen 20 Euro auf und der Hamburger Senat sammle sie jetzt bei den Kita-Gebühren und der Verpflegungspauschale im Kindergarten wieder ein.
Grund warnte, die sozialen Gräben seien in der Hamburger Nachkriegsgeschichte noch nie so tief gewesen wie heute. „Unsere schöne und wohlhabende Stadt steckt in einer Krise der Gerechtigkeit, die viele traurige Gesichter hat.“ Nach der Arbeitslosigkeit sei in Hamburg das Schicksal, alleinerziehende Mutter zu werden, dass größte Armutsrisiko. Das Gesicht der Armut in Hamburg sei weiblich. Auch von prekärer Beschäftigung und von Niedriglöhnen seien besonders stark die Frauen betroffen.
Grund bekräftigte, dass er gemeinsam mit anderen Partnern einen „Gerechtigkeitsgipfel Hamburg 2010“ organisieren werde „gegen die Spaltung der Stadt“. Er halte die Gefahr der Entsolidarisierung, das drohende Auseinanderfallen der Stadt „in Stadtteile der Lebensfreude hier und Bezirke der Existenzangst dort“ für die größte politische Herausforderung. Am Gerechtigkeitsgipfel würden neben Sozialverbänden auch die Kirchen, Stadtentwickler, Wissenschaftler und Künstlerinitiativen mitwirken.


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