Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 11/15 - 13.03.2015
Neue DGB-Studie für Hamburg

Langzeitarbeitslose brauchen mehr Unterstützung


Nach einer Auswertung des DGB Hamburg fanden in 2013 insgesamt 20.966 Hartz-IV-Empfänger/innen eine reguläre Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt - darunter aber nur 3.633 Langzeiterwerbslose. Die Eingliederungschancen der langjährig erwerbslosen Menschen in Hamburg sind damit bei weitem nicht einmal halb so groß wie die aller Arbeitslosen im Hartz-IV-System. Ihre ohnehin niedrigen Beschäftigungschancen verschlechterten sich in den vergangenen Jahren noch zusätzlich. So ist die Zahl der langjährig Arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger/innen, die einen neuen Job gefunden haben, von 2010 bis 2013 um 17 Prozent zurückgegangen. „Dies ist eine erschütternde Bilanz“, sagt DGB-Vorsitzende Katja Karger „Bei der Eingliederung von Langzeiterwerbslosen hat das Hartz-IV-Systems weitgehend versagt. Das System funktioniert am Bedarf vorbei“.

Selbst wenn eine Beschäftigung gefunden wird, sind die Jobs meist instabil und enden schnell wieder. 21 Prozent der Langzeiterwerbslosen sind kürzer als einen Monat beschäftigt. Bei Verwendung eines zweiten Stichtages sind 44 Prozent nicht durchgängig 6 Monate beschäftigt. Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich auch hier: der Anteil der vorübergehend beschäftigten Langzeiterwerbslosen steigt.

Job-Offensive für Langzeitarbeitslose ist notwendig

„Es ist die große Ausnahme, wenn langjährig erwerbslose Menschen wieder Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen. Die Eingliederungschancen von hilfebedürftigen Langzeitarbeitslosen haben sich sichtbar verschlechtert und die unsichere Beschäftigung erhöht sich“, sagt Karger. Je länger man ohne Job sei, desto größer auch die Gefahr, keine neue Beschäftigung mehr zu finden. Der DGB betont, dass der Weg aus Hartz IV steinig ist und befristete Jobs, Leiharbeit, Ein-Euro-Jobs und niedrig entlohnte Tätigkeiten nur selten den Weg aus Hartz IV in stabile Beschäftigung ebnen.

Der DGB Hamburg fordert eine Job-Offensive für Langzeitarbeitslose. Das Jobcenter müsse dem Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit größte Priorität einräumen und die nachhaltige und möglichst stabile Integration der Betroffenen in die Arbeitswelt in den Mittelpunkt rücken. Ausgebaut werden sollte etwa die nachgehende Begleitung von Langzeitarbeitslosen nach erfolgreicher Vermittlung während der Probezeit. Gestärkt werden müsse auch die Weiterbildungsförderung des Jobcenters. Zugleich sollten finanzielle Anreize für Weiterbildungsteilnehmer geschaffen werden, die bisher im Hartz-IV-System finanziell schlechter dastehen als jene, die vorübergehend einen Ein-Euro-Job ausüben. Bund und Land sind ebenso gefordert, auch finanziell: Das langfristige Handeln der Jobcenter müsse stärker honoriert werden als kurzfristige Vermittlungserfolge, die nicht selten in die Drehtür zurück in die Arbeitslosigkeit führen.


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