Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 18.03.2009

Sind Frauen 22 Prozent weniger wert?

Rhetorisch seien alle gegen die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen, praktisch finde sie weiterhin statt, kritisiert die frauenpolitische Sprecherin des DGB Hamburg, Petra Heese, die Entgeltunterschiede. Sie seien in Deutschland mit durchschnittlich 22 Prozent besonders hoch.
Anlässlich des „Equal Pay Day“ am Freitag, 20. März, haben sich zahlreiche Organisationen zu einem Nationalen Aktionsbündnis zusammen geschlossen, das die Debatte über die Gründe der ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen in die Öffentlichkeit tragen will. Unter dem Motto „Entgeltgleichheit schaffen – Ursachen angehen“ wollen Frauen-, Arbeitgeber- und Gewerkschaftsverbände für die Forderung nach gleicher Bezahlung mobilisieren.
Sinnvoll sei eine nationale Strategie für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern als gemeinsame Anstrengung von Gewerkschaften, Betriebsräten, Personalchefs und Politik. Notwendig seien dazu konkrete Aktionspläne und verbindliche Zeitpläne, sagte Heese. So müssten Tarifverträge, die sich teilweise immer noch an männlichen Merkmalen orientierten, entrümpelt und die betriebliche Eingruppierungspraxis überprüft werden, regte die Gewerkschafterin an. Gleiche Aufstiegschancen und gleiche Bezahlung müssten ebenso selbstverständlich werden wie eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es könne nicht angehen, dass die Wirtschaft die bestausgebildete Generation junger Frauen vorwiegend als billige Arbeitskräfte einsetze. Unerlässlich seien zudem ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft sowie ein Verbandsklagerecht im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.
Oft sei die Entgeltdiskriminierung auf den ersten Blick nicht zu erkennen, sagt Heese. Betriebliche Zulagesysteme, die Frauenarbeitsplätze zwar nicht ausdrücklich, aber faktisch aussparen, und Einstufungskriterien, die traditionell so formuliert sind, dass sie öfter von Männern erfüllt werden, seien zwei Beispiele. Kriterien wie die Dauer der Betriebszugehörigkeit oder eine durchgängige Erwerbsbiographie könnten sich für Frauen mit Kindern nachteilig auswirken. Es gehe am 20. März auch darum, die unterschiedlichen Karrierechancen in einzelnen Berufen und Branchen aufzuzeigen und Wege zur Überwindung der Benachteiligungen zu diskutieren.

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