Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 29/16 - 06.10.2016
Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober

International für faire Arbeitsbedingungen sorgen

Zum morgigen Welttag für menschenwürdige Arbeit hat Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger die Unternehmer/innen dieser Stadt aufgefordert, mehr Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen bei ihren internationalen Geschäften zu übernehmen: „Profitmaximierung darf nicht vor der Einhaltung von Menschenrechten und fairen Arbeitsbedingungen gehen. Mehr Unternehmerinnen und Unternehmer müssen Selbstverpflichtungen eingehen, ihre internationale Arbeit kritisch überprüfen und, wenn nötig, Konsequenzen ziehen. Konzerne mit Sitz in Hamburg, wie Otto oder Tchibo, machen es vor, indem sie Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien sind.“
 
Freiwillige Selbstverpflichtung sei jedoch nicht genug, das hätten die tragischen Unfälle in der Vergangenheit zum Beispiel in Bangladesch deutlich gezeigt, so Karger weiter. Sie verwies auf die Stellungnahme des Bischöflichen Hilfswerks Misereor, Deutscher Kommission Justitia et Pax, Katholischer Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands und Deutschem Gewerkschaftsbund. Diese Organisationen hatten in einer gestern veröffentlichten Erklärung gesetzliche Regelungen gefordert, Unternehmen im Ausland zur Einhaltung von Menschenrechten zu verpflichten. Die Stellungnahme: http://www.dgb.de/-/hFd.
 
Die Stadt Hamburg forderte Karger auf, den fairen Handel umfassend zu fördern. Das passiere bereits auf hohem Niveau, sei aber noch nicht genügend institutionell abgesichert. Eine Ausweitung der Warengruppen zum Beispiel wäre zu überdenken: „Behörden und sonstige Einrichtungen, die im Einflussbereich der Stadt liegen, sollten alle ihre Verbrauchsgüter nach sorgfältig aufgestellten sozialen Standards beziehen.“
 
Darüber hinaus müsse bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und der Wirtschaftsförderung konsequent auf die Einhaltung sozialer und nachhaltiger Standards, auch entlang der Lieferketten, geachtet werden. „Das Vergabegesetz bietet einen geeigneten Rahmen für klare Regeln“, so Karger weiter.
 
Hintergrund:
Seit 2008 organisiert der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) jedes Jahr am 7. Oktober den Welttag für menschenwürdige Arbeit (WFMA), an dem überall auf der Welt mobilgemacht wird. An diesem Tag treten alle Gewerkschaften weltweit für menschenwürdige Arbeit ein. Menschenwürdige, gute Arbeit muss im Mittelpunkt staatlicher Maßnahmen stehen, die darauf abzielen, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und eine neue globale Wirtschaft aufzubauen, bei der die Menschen im Vordergrund stehen. Der Tag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Stopp der Profitgier“: http://www.ituc-csi.org/world-day-for-decent-work

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