Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 05.02.2006

ALG II-Empfänger nicht verunglimpfen! Qualifizierung nötig!

Zu den Äußerungen des Chefs der team.arbeit.hamburg, Thomas Bösenberg im Interview mit der „Welt am Sonntag“ erklärt Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg:
„Die Feststellung, dass sehr viele ALG II –Empfänger Beratung und Qualifizierung benötigen, um auf den Ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden zu können, ist richtig und muss Taten folgen lassen. Dazu passt allerdings nicht die pauschale Behauptung des Wirtschafts- und Arbeitssenators Uldall, dass Weiterbildungsmaßnahmen nichts brächten. Und dazu passt es auch nicht, dass die Ausgaben für aktive Arbeitsmarktpolitik in Hamburg weiter gekürzt werden sollen. Der Senator sollte auf Fachleute hören und Studien zu dem Thema Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen nicht in seinem Sinne uminterpretieren, um den Kahlschlag in diesem Bereich zu rechtfertigen.
Daneben begrüßt der DGB Hamburg die Bestrebungen der ARGE, die Verweildauer in der Langzeitarbeitslosigkeit durch bessere Vermittlungsbemühungen zu verkürzen. Es ist jedoch unzulässig, 75 Prozent der ALG II-Empfänger im gleichen Atemzug pauschal zu unterstellen, nur auf Leistungen aus zu sein und gar nicht arbeiten zu wollen. Natürlich sind Langzeitarbeitslose auf ihre Existenzsicherung, also die Leistungen angewiesen – wovon sollten sie wohl sonst Miete und Brot bezahlen? Ebenso klar ist auch, dass die meisten von ihnen ihr Leben auch aus eigener Kraft, durch eigene Arbeit bestreiten wollen. Doch leider haben Langzeitarbeitslose mit Einführung von Hartz IV die Erfahrung gemacht, dass das ,Fördern’ nur ein Schlagwort blieb und ihnen ,auf dem Amt’ maximal Ein-Ein-Euro-Jobs, aber keine existenzsichernden Stellen oder sinnvolle Weiterbildungsmaßnahmen angeboten wurden. Gegen diese nachvollziehbare Resignation muss in der Tat etwas unternommen werden. Und das gelingt gewiss nicht, indem der Druck auf Arbeitslose weiter erhöht wird und die Mittel für Arbeitsmarktpolitik abgezogen und in die Infrastruktur für Unternehmen gesteckt werden.“

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