Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 17/16 - 16.06.2016

Ausbildungsqualität in Hamburg: Betriebe haben Nachholbedarf

Eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die gestern veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass in Hamburg im Jahr 2014 mehr als jeder vierte Auszubildende (28,1 Prozent) seine Lehre abgebrochen hat. Das ist die höchste Abbrecherquote innerhalb Westdeutschlands. Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger: „Die Zahlen des IAB bestätigen, was in Hamburg alle wissen: die Abbrecherquoten sind hoch. Die Schuld daran ist aber nicht nur bei den Azubis zu suchen. Um die Auszubildenden zu halten, muss die Qualität der Ausbildung massiv gesteigert werden. Gerade in ganz bestimmten Berufen und Branchen gibt es hohe Abbrecherzahlen – da wird bisher zu wenig hingeschaut. Das sinnvolle und gute Instrument der Assistierten Ausbildung muss vor allem Betriebe darin befähigen, eine gute Ausbildung zu gewährleisten.“

Karger führt mehrere Punkte an, bei denen angesetzt werden müsste:

- zum Teil schlechte bis sehr schlechte Ausbildungsbedingungen: überlange Arbeitszeiten, manchmal ohne Ausgleich, mangelnde Anleitung durch Ausbilder, Verrichtung ausbildungsfremder Tätigkeiten. Das alles belegt der unlängst von der DGB Jugend vorgestellte Ausbildungsreport des DGB Hamburg 2016

- die Berufsorientierung beim schulischen Betriebspraktikum muss verbessert werden. Belege der Unzufriedenheit und mangelnden Qualität finden sich in einer Sonderauswertung „Qualität der Betriebspraktika in der Berufsorientierung“ im Ausbildungsreport 2016.

- Fehlende Perspektiven: Nur 33,3 Prozent der Azubis wissen, dass sie übernommen werden, 57,7 Prozent wissen es nicht, 9,2 Prozent werden nicht übernommen (Ausbildungsreport 2016).

- Die Verbindung zwischen Berufswahl und Zufriedenheit: Fast jeder Vierte (23,2 Prozent) absolviert eine Aus-bildung in einem Beruf, der eigentlich nicht geplant war (Ausbildungsreport 2016). Notwendig wäre ein auswahlfähiges Angebot an Ausbildungsplätzen, was in Hamburg aber fehlt.

„Der Azubi-Mangel in einigen Hamburger Branchen ist hausgemacht. Vor allem Berufe aus dem Hotel- und Gastronomiebereich sowie aus dem Handwerk haben hohe Besetzungsprobleme – und das seit Jahren“, so Karger.

 


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