Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 22.06.2009

DGB-Jugend unterstützte den Bildungsstreik 2009

Die Summe aus mangelhaften Lernbedingungen und schlechten Berufsaussichten hat nach Auffassung der DGB-Jugend Hamburg die Proteste der Schüler und Studierenden verursacht. Die DGB-Jugend habe die Aktionen mit getragen, weil sie die Ziele des Bildungsstreiks 2009 befürworte, betont Olaf Schwede, Sprecher der DGB-Jugend Hamburg.
Soziale Barrieren abzubauen, sei die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Bildungssystem. Bildung zu privatisieren oder die Kosten mehr und mehr auf die oder den Einzelnen abzuwälzen, könne ebenso wenig eine Alternative zu einem zukunftsfähigen Bildungswesen sein wie von Unternehmen finanzierte und kontrollierte Eliteeinrichtungen. Der Trend zu einem abgeschotteten privaten Bildungssystem verschärfe die soziale Spaltung in der Gesellschaft. Das beginne beim teuren Luxus-Kindergarten und reiche bis zur privaten Hochschule.
Die Mängelliste sei erschreckend lang, betont Schwede. „Fast alle nationalen und internationalen Vergleichsstudien stellen dem deutschen Bildungswesen ein miserables Zeugnis aus: Die Zahl der Jugendlichen ohne Schul-und Berufsabschluss ist erschreckend
hoch. Hauptschüler haben nach wie vor kaum Chancen, direkt einen Platz in Ausbildung und Beruf zu ergattern. Migrantinnen und Migranten sind die Verlierer unseres Bildungswesens. Sie verlassen die Schule doppelt so häufig wie ihre deutschen Mitschülerinnen und -schüler ohne Abschluss. Fast eine halbe Million Jugendliche „verschwindet“ im Übergangssystem zwischen Schule und Beruf – die meisten von ihnen in Warteschleifen ohne Chance auf eine qualifizierende Ausbildung. Gleichzeitig gelingt es nicht, signifikant mehr Jugendliche für ein Studium zu qualifizieren. Menschen ohne Abitur, die sich im Berufsleben bewährt haben, bleiben die Türen zu den Hochschulen allzu oft verschlossen. Trotz Nachholbedarfs sind die Budgets in der Weiterbildung in den vergangenen Jahren drastisch gekürzt worden.“
Die DGB-Jugend habe eine Zehn-Punkte-Programm für eine nationale Bildungsstrategie vorgelegt, das u.a. mehr Ganztagsangebote in Schulen und Kindergärten vorsehe, die Orientierung am Prinzip Fördern statt Auslese und einen Kurswechsel bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses an den Hochschulen. Es müsse der Grundsatz gelten: „Qualität geht vor Tempo. Wir brauchen die sorgfältige Umsetzung einer Reform, die Qualität des Studiums und der Lehre nachhaltig verbessert.“

Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt Pressestelle

Felix Hoffmann

Felix Hoffmann (Foto:Peter Bisping)

Pressearbeit

Felix Hoffmann

Tel: 040/60 77 66 112
Fax: 040/60 77 66 141
Mobil: 0175/72 22 415

Pressefotos Katja Karger

Katja Karger

Katja Karger (Foto: Peter Bisping)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Katja Karger

Katja Karger (Foto: Peter Bisping)