Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 16.09.2001

Forsa-Umfrage für den DGB:

Die Hamburg-Wahl bleibt spannend: Wäre die Bürgerschaftswahl schon jetzt , dann würden sich 36 Prozent für die SPD , 29 Prozent für die CDU und 15 Prozent für die Schill-Partei entscheiden. 9 Prozent würden der GAL ihre Stimme geben , 5 Prozent der FDP.Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts für den Hamburger DGB. Eindeutig die Antwort auf die Frage , welcher der beiden Spitzenkandidaten eher ArbeitnehmerInnen-Interessen vertritt: Bürgermeister Ortwin Runde, sagen 53 Prozent aller Hamburger ; Ole von Beust kam auf 18 Prozent.Bei den Arbeitnehmern sprechen sich sogar 62 Prozent für Orftwin Runde aus. Eindeutig auch das Votum zu Ronald Schill: Eine deutliche Mehrheit der Bürger möchte nicht , dass der Rechtspopulist Hamburgs Innensenator wird.
Inhaltlich wird dies untermauert. 93 Prozent aller Bürger stimmen der Aussage zu : "Hamburg soll eine weltoffene Stadt sein , in der alle Gesellschaftsschichten und Nationalitäten friedlich und solidarisch zusammenleben."
Die Hauptsorge der Bürger ist die Arbeitslosigkeit. " Arbeitsplätze schaffen und sichern" sowie "Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen" werden von den Befragten als wichtigste politische Aufgabe in Hamburg genannt , erst dann folgt das Thema Kriminalität. Arbeitnehmer legen einen gesteigerten Wert auf die Bekämpfung des Rechtsextremismus.
Einen Ausverkauf öffentlicher Unternehmen lehnt die deutliche Mehrheit der Bürger ab: Rund zwei Drittel erklärten , die städtischen Unternehmen und Wohnungen sollten nicht privatisiert werden, sondern im Gemeineigentum bleiben.
Der SPD wird am ehesten zugetraut , die Probleme der Stadt zu lösen: 28 Prozent sehen bei ihr die Problemlösungskompetenz, 17 Prozent bei der CDU und 5 Prozent bei der Schill-Partei. Unverändert hoch der Anteil derjenigen, die keiner Partei diese Leistung zutrauen: 45 Prozent.
Welche Koalition hätten sie denn gern ? Auf diese Frage sagen die meisten: Eine Fortsetzung des rot-grünen Senats (34 Prozent). 29 Prozent würden eine Koalition aus CDU, FDP und Schill-Partei lieber sehen. 5 Prozent möchten eine "Ampel-Koalition" aus SPD , GAL , und FDP , 12 Prozent eine Koalition aus SPD und CDU.
Von den ArbeitnehmerInnen präferieren 38 Prozent eine Fortsetzung der rot-grünen Koaltion , 23 Prozent einen Senat aus CDU , FDP und Schill-Partei.
Was Wahlkämpfer und Medien nachdenklich stimmen muss: Nur 16 Prozent aller Hamburger haben den Eindruck , dass der Wahlkampf eher mit Argumenten geführt wurde und insofern informativ war. 46 Prozent bewerten den Wahlkampf eher als plump und demagogisch. Nur 12 Prozent meinen , die "Stimmungsmache" sei diesmal geringer gewesen - 38 Prozent meinen , sie habe diesmal zugenommen.
Eine Mobilisierung ist aber offenbar gelungen: 84 Prozent der Wahlberechtigten gaben an ,diesmal zur Wahl gehen zu wollen - bei den Arbeitnehmern sind es sogar 86 Prozent !!!
Forsa hatte zwischen dem 6. und 12. September repräsentativ 1043 Bürger befragt. Die statistische Fehlertoleranz beträgt +/- 3 Prozentpunkte.
Manfred Güllner , Leiter des Forsa-Instituts: "Die Wahl ist noch nicht entschieden , wir verzeichnen noch Bewegung. Die Meinungsbildung der Bürger geht bis zum letzten Tag. Die FDP ist noch nicht sicher drin. Die Geschehnisse in den USA tragen eher zur Stabilisierung der großen Parteien bei."
Erhard Pumm , DGB-Vorsitzender in Hamburg: " Hamburgs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind alarmiert: Sie wollen stärker als andere Bevölkerungsgruppen wählen gehen. Und sie wollen eine reformfreudige , weltoffene, gerechte Stadt - das zeigt auch unsere Befragung. Mit einem Rechtspopulisten im Senat gerät Hamburg auf eine schiefe Bahn. Die Gewerkschaften fordern alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf , durch ihr Wahlkreuz dafür zu sorgen , dass ihre Interessen in Bürgerschaft und Senat durchgesetz werden können. Es ist nicht egal , wer Hamburg regiert."

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