Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 12 - 31.03.2014

Hartz-IV-Risiko ist für Beschäftigte in Hamburg überdurchschnittlich hoch

Schluss mit Subventionierung des Niedriglohnsektors!

Die Beschäftigten in Hamburg haben nach einer Auswertung des DGB Hamburg ein überdurchschnittliches Verarmungsrisiko. Fast drei Prozent der sozialversichert Beschäftigten in Hamburg müssen ihren Lohn mit Hartz-IV aufstocken. Das sind deutlich mehr als der Bundesschnitt von zwei Prozent. „Im Vergleich mit dem westdeutschen Durchschnitt von 1,6 Prozent liegt das Verarmungsrisiko im reichen Hamburg sogar fast doppelt so hoch“ sagt Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg.

Allein für jene Beschäftigte in Hamburg, die trotz eines sozialversicherten Jobs von ihrer Arbeit nicht leben können, werden nach DGB-Berechnungen über 142 Millionen Euro im Jahr an Hartz-IV-Leistungen gezahlt. „Die finanzielle Not von Beschäftigten ist ein Armutszeugnis für Hamburg. Sie ist nicht nur bitter für die Betroffenen, sondern sie verzerrt den Arbeitsmarkt, weil die Allgemeinheit die Folgen knausriger Löhne ausbaden muss. Die Niedriglohnpolitik der Arbeitgeber kommt uns Steuerzahlende teuer zu stehen“, sagt Karger.

Der geplante Mindeststundenlohn von 8,50 Euro komme nicht nur vielen Geringverdienern zu Gute, sondern entlaste zugleich den Haushalt in Hamburg sowie den des Bundes, so Karger. Zudem seien deutliche Mehreinnahmen bei der Einkommenssteuer sowie den Sozialbeiträgen zu erwarten.

Im Sommer 2013 wurden in Hamburg 18.385 Beschäftigte gezählt, die ergänzend Hartz-IV-Leistungen erhielten. Trotz des sozialversicherten Jobs konnten sie von ihrer eigenen Arbeit nicht leben und waren ergänzend zu ihrem Lohn auf staatliche Fürsorge angewiesen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich ihre Zahl um 257 Beschäftigte erhöht. „Nicht berücksichtigt ist dabei die unbekannte Zahl erwerbstätiger Armer, die aus Scham oder Unwissenheit auf ihnen zustehende Hartz-IV-Leistungen verzichten“, sagt Karger.

Die Kombination von hohen Miet- und Lebenskosten plus Niedriglohn – insbesondere in der Leiharbeit sowie im Reinigungs- und Gastgewerbe – sind aus gewerkschaftlicher Sicht die wesentlichen Ursachen dafür, dass Beschäftigte in Hamburg überdurchschnittlich häufig auf das Arbeitslosengeld II angewiesen sind.

Nach den DGB-Berechnungen entfallen mehr als die Hälfte der Hartz-IV-Leistungen auf Mietzahlungen für Hartz IV-Beschäftigte. Diese Hälfte - fast 90 Millionen - wird größtenteils von Hamburg finanziert, den Rest übernimmt der Bund.

„Der Mindestlohn ist aus Sicht des DGB ein wichtiger Schritt auf dem Wege zu einer anständigen Bezahlung von Arbeitnehmern und der Minderung des Hartz-IV-Risikos in Hamburg. Die indirekte Subventionierung der Arbeitgeber muss ein Ende haben und zwar ausnahmslos“, sagt Karger.

Pressemitteilung mit Tabelle:


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