Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 01.10.2001

Gewerkschaften in Europa rufen zur Besonnenheit bei Terrorismusbekämpfung auf

Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) hat gestern eine Erklärung verabschiedet und gefordert, den Terrorismus nicht nur mit Waffengewalt zu bekämpfen. Auf die angekündigten Entlassungen in vielen Unternehmen reagieren die Gewerkschaften mit großer Sorge.
Erklärung des Lenkungsausschusses des Europäischen Gewerkschaftsbundes
Um den Terrorismus zu besiegen werden politische Lösungen dringend benötigt
Europaweit haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, als Reaktion auf die Terroranschläge in den Vereinigten Staaten, auf breiter Ebene diese Verbrechen verurteilt und abgelehnt und gleichzeitig ihre Sympathie und Freundschaft mit dem amerikanischen Volk zum Ausdruck gebracht.
Der Europäische Gewerkschaftsbund bekräftigt seine uneingeschränkte Solidarität mit dem Amerikanischen Gewerkschaftsbund (AFL-CIO) und trauert mit ihm um die vielen unschuldigen Opfer dieser barbarischen Eskalation von Gewalt.
Den Terrorismus zu besiegen ist das Ziel aller friedliebenden Menschen und Nationen dieser Welt.
Die Verantwortlichen dieser Taten, die sich gegen die Menschheit richten, müssen vor Gericht gestellt und bestraft werden. Politische, ökonomische und soziale Lösungen sind dringend erforderlich, um die Ursachen für Konflikte, Leiden und Hoffnungslosigkeit, zu beseitigen, dort wo Terrorismus Wurzeln schlagen kann, auch wenn es für ihn niemals eine Rechtfertigung geben kann. Der Terrorismus kann durch Militäraktionen allein nicht wirksam bekämpft werden.
Die Europäische Union und ihre Regierungen, sowie die gesamte internationale Gemeinschaft, müssen Verantwortung übernehmen und Frieden durch Gerechtigkeit herstellen, vor allem im Nahen Osten und den Mittelmeerländern.
Jetzt, da wir mit Terrordrohungen konfrontiert werden, ist es unbedingt notwendig, dass wir uns auf unsere demokratischen Werte stützen und Offenheit, Freiheit und Toleranz in unseren Gesellschaften erhalten. Diese Botschaft muss weltweit verbreitet werden. Die Gewerkschaften sprechen sich deutlich gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung aus, die sich gegen Frauen und Männer unterschiedlicher Herkunft oder Glaubens richtet, die mit uns gemeinsam friedlich in Europa arbeiten. Der Europäische Gewerkschaftsbund ist schließlich äußerst besorgt über die Folgen dieser schrecklichen Ereignisse auf die Wirtschaft und auf die Beschäftigung, insbesondere angesichts der Tatsache, dass Unternehmen täglich massive Entlassungen ankündigen. Selbst vor den Angriffen waren die Wirtschaftsaussichten schwach, wenn jetzt keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, könnte sich die Situation noch verschärfen.
Der Europäische Gewerkschaftsbund begrüßt, dass bereits erste Schritte durch die Zentralbanken unternommen worden sind, weist jedoch darauf hin, dass weltweit mehr konzertierte Aktionen benötigt werden.
Innerhalb Europas muss die außerordentliche Versammlung der EU- Regierungschefs, die für Freitag, 21. September 2001, angesetzt ist, dazu beitragen das Vertrauen zu stärken und wieder da hin zu kommen, dass die Ziele von Lissabon eingehalten werden. Dort sollte ein Notfallprogramm mit Steuersenkungen und Ausgabemaßnahmen verabschiedet werden.
Der Stabilitätspakt muss seinem Namen gerecht und grundsätzlich ein Bündnis für Stabilität und Wachstum werden. Indem wir die automatischen Stabilisatoren arbeiten lassen, und Länder in einer stärkeren Position in der Lage sind zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen hat die Europäische Union einen großen Bewegungsspielraum und dieser zur eigenen und weltweiten wirtschaftlichen Sicherheit genutzt werden.
Dies ist ebenfalls Teil der Antwort auf die Bedrohung durch Terror.
Hinweis an die Redaktion:
Den englischen Text im Original finden Sie unter http://www.etuc.org/EN/Press/firstpage/ETUCsmterrorism.cfm

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