Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 17/2013 - 17.04.2013
DGB fordert Hamburger Konsens zur Qualifizierung junger Erwachsener

Ohne Abschluss, ohne Arbeit

In Hamburg haben 54 Prozent der arbeitslosen jungen Erwachsenen im Alter von 25 bis 34 Jahren keinen Berufsabschluss, so neuere Auswertungen des DGB. Ihre Arbeitsmarktchancen haben sich 2012 nochmals verschlechtert, während sich die der jungen Fachkräfte weiter verbesserte. Der Deutsche Gewerkschaftsbund drängt deswegen auf eine gemeinsame Initiative von Arbeitsagenturen, Unternehmen und DGB in der Stadt, um ungelernte junge Erwachsene durch geeignete Aus- und Weiterbildung in ihrem Erwerbsverlauf zu stabilisieren.

„Das Potential zur Sicherung des Fachkräftebedarfs ist groß“, so Hamburgs DGB-Vorsitzender Uwe Grund. „Wir sollten gemeinsam neue berufliche Perspektiven für junge Leute schaffen und sie als Fachkräfte für die Unternehmen gewinnen. Nutzen wir diese Chance nicht für junge Erwachsene ohne Ausbildung, droht sich die Chancenungleichheit bei einem Teil unserer jungen Erwachsenen zu verschärfen.“ Jetzt gehe es darum, Betriebe dazu zu bewegen, auch reiferen jungen Menschen und nicht nur Schulabgängern eine berufliche Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen. Jungen Erwachsenen mit schwierigen Startbedingungen müsse eine zweite Chance auf Qualifizierung und ein besserer Übergang in Ausbildung und Beruf ermöglicht werden. Dies sind in der Regel junge Menschen, denen wegen ihres Alters eine reguläre Ausbildung nicht mehr offenstehe, die aber gleichwohl noch 30 bis 40 Jahre vor sich hätten. Nach der Analyse des DGB hatten in Hamburg zuletzt 16.694 Ungelernte im Alter von 25 bis 34 Jahren einen sozialversicherten Job und es waren im Jahre 2012 9.989 arbeitslos, rund drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Insbesondere im Hartz IV-System müsse die Rotstiftpolitik bei der Arbeitsförderung beendet werden

Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss sind dabei deutlich schlechter in den Arbeitsmarkt integriert, verdienen deutlich weniger und das Risiko der Arbeitslosigkeit ist zweieinhalb Mal höher als für gleichaltrige junge Fachkräfte. Viele dieser jungen Menschen seien zwischen Arbeitslosigkeit und prekärer Beschäftigung gependelt. Es sei bedrückend, wenn in dieser Altersgruppe bereits weniger Un- und Angelernte einen sozialversicherten Job haben als arbeitslos sind; dabei sind nach gewerkschaftlicher Einschätzung rund ein Viertel der jungen Geringqualifizierten nicht erwerbstätig und nicht in der Arbeitslosenstatistik, so Uwe Grund weiter.

Insbesondere im Hartz IV-System müsse die Rotstiftpolitik bei der Arbeitsförderung beendet werden und HilfeempfängerInnen bessere Chancen erhalten, einen Berufsabschluss zu erwerben. 88 Prozent der Arbeitslosen zwischen 25 und 34 Jahren, die keinen Berufsabschluss haben, zählen nach DGB-Angaben in Hamburg zu den Hartz IV-Empfängern. Der DGB kritisiert zugleich, dass Hartz IV-Empfänger in der Weiterbildung finanziell schlechter gestellt werden als Ein-Euro-Jobber. Um den Anreiz für Weiterbildungsteilnehmer zu erhöhen, sollten umschulungswillige Hartz IV-Empfänger einen Zuschlag zum Fürsorgesatz erhalten. Wichtiges Anliegen müsse es ebenso sein, mehr zu investieren in die abschlussorientierte Aus- und Weiterbildung Beschäftigter ohne Berufsabschluss. Die betriebliche Weiterbildung für diesen Personenkreis könne von der Arbeitslosenversicherung gefördert werden.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt Pressestelle

Felix Hoffmann

Felix Hoffmann (Foto:Peter Bisping)

Pressearbeit

Felix Hoffmann

Tel: 040/60 77 66 112
Fax: 040/60 77 66 141
Mobil: 0175/72 22 415

Pressefotos Katja Karger

Katja Karger

Katja Karger (Foto: Peter Bisping)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Katja Karger

Katja Karger (Foto: Peter Bisping)