Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 30.07.2008

DGB: In Hamburg arbeiten fast 16 000 Ältere trotz Rente weiter

Hamburg habe es besser, aber trotzdem nicht gut, sagt DGB-Vorsitzender Erhard Pumm mit Blick auf die soziale Situation älterer Menschen. Die Zahl der Rentner, die sich als geringfügig entlohnte Beschäftigte etwas dazu verdienen müssen, steigt nach Angaben des DGB auch in der Hansestadt. 2007 waren es laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit fast 16 000, im Jahr 2003 erst 12 000. „Um nicht zu verarmen, jobben auch im reichen Hamburg immer mehr Rentner.“ Die jüngste Auswertung des DGB Hamburg zeigt, 15 965 Ältere über 65 Jahre hatten 2007 in Hamburg einen Minijob. Gegenüber 2003 hat sich ihre Zahl um 2068 Personen bzw. 17 Prozent erhöht. Sie stieg damit geringer an als im Bundesdurchschnitt, der 29,2 Prozent mehr verzeichnet. Diese Fakten hat der DGB durch eine Sonderauswertung der amtlichen Statistik ermittelt. Viele Rentner seien bei niedriger Rente auf einen Minijob angewiesen, um finanziell über die Runden zu kommen; denn die Renten sind in den letzten Jahren preisbereinigt deutlich gesunken. Auch für langjährig Versicherte lag die Altersrente in 2007 im Durchschnitt im Westen bei 1.143,21 Euro pro Monat und 933,79 Euro im Osten. Langjährig Beschäftigte, die zuletzt auf Hartz IV angewiesen waren, erhalten im Schnitt eine um 20 bis 30 Prozent niedrigere Rente. 2007 mussten sie sich im Westen mit 809,29 Euro zufrieden geben, im Osten erhielten sie nur 761,56 Euro im Monat. Auch für langjährig Erwerbstätige sind die Renten in den letzten Jahren im Schnitt spürbar gesunken und zwar um 32 Euro pro Monat bzw. 3,4 Prozent im Osten und um 50 Euro pro Monat bzw. 4 Prozent im Westen. Hinzu kommt die Preissteigerungsrate, die die Kaufkraft zusätzlich vermindert. „Mit der Ausweitung von Niedriglohn und prekärer Beschäftigung droht sich der Anteil der Rentner weiter zu erhöhen, die jobben müssen, um möglichst nicht zu verarmen“, erklärt Erhard Pumm. Zugleich steigt die Zahl jener, die noch vor Erreichen des Ruhestandes in eine prekäre Lebenssituation geraten. Im März 2008 waren in Hamburg 21 000 Menschen im Alter von 50 – 65 Jahren auf Hartz IV angewiesen. Für ein volles Jahr des Hartz IV-Bezugs steigen die monatlichen Rentenanwartschaften nur noch um 2,19 Euro.
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