Deutscher Gewerkschaftsbund

16.09.2015

Werkverträge: Missbrauch stoppen!

parlamentarisches Frühstück am 16. September

Diskussion beim DGB DGB HH

„Der Missbrauch von Werkverträgen muss durch klare gesetzliche Regelungen gestoppt werden“. Diese Forderung hat Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger heute Morgen bei einer Diskussion mit Bürgerschafts- und Bundestagsabgeordneten im Gewerkschaftshaus bekräftigt. Karger: „Durch den Missbrauch von Werkverträgen werden Löhne gedrückt, die Rechte von Beschäftigten umgangen und Mitbestimmungsmöglichkeiten unterlaufen. Das muss aufhören. Deswegen brauchen wir dringend Regeln des Gesetzgebers, wie sie SPD und CDU in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt haben.“

Bei der Diskussion im Gewerkschaftshaus im Rahmen eines parlamentarischen Frühstücks waren Bundestags- und Bürgerschaftsabgeordnete von SPD, CDU, Grüne und LINKE vertreten. Darunter: Andreas Dressel, Johannes Kahrs, Marcus Weinberg, Antje Möller, Anja Hajduk, Heike Sudmann sowie Deniz Celik.


Betriebsräte der Firmen Diehl, Airbus und Still berichteten über den Einsatz von Werkverträgen in ihren Unternehmen und die Folgen.

Yvonne Düvell (Diehl): „Wir haben zum Beispiel massive Schwierigkeiten im Gesundheitsschutz: Wie können wir dafür sorgen, dass die Leute ihre Schutzkleidung tragen? Wie ist das rechtlich geregelt? Es sind ja nicht unsere Mitarbeiter.“
Jörg Schulz (Airbus): „Wir hatten Fälle, wo Leiharbeiter Werkverträgler eingearbeitet haben und anschließend ihren Job verloren haben. Das kann nicht angehen."

Rüdiger Winter von der Beratungsstelle Arbeitnehmerfreizügigkeit berichtete zudem über die Probleme europäischer Wanderarbeiter: „Ausländische Arbeitnehmer sind vom Missbrauch von Werkverträgen besonders gefährdet, weil sie sich oft überhaupt nicht über ihren Status im Klaren sind."

Für ein Gesetz zur Bekämpfung des Missbrauchs von Werkverträgen fordert der DGB u.a.:

- Werkverträge müssen anhand klarer Kriterien von anderen Arbeitsverhältnissen abgegrenzt werden können

- Arbeitgeber mit missbräuchlichen Werkverträgen müssen Beschäftigte übernehmen

- Gewerkschaften brauchen ein Verbandsklagerecht, um gegen missbräuchliche Werkverträge vorzugehen

- Die Mitbestimmung muss durch mehr Informationsrechte gestärkt und Belegschaftsrechte geschützt werden

- Scheinselbständigkeit muss konsequenter verfolgt und unterbunden werden

- Kettenverträge müssen eingegrenzt werden

- Ausländische Arbeitnehmer/innen brauchen besseren Schutz.


Die Zahl der Werkverträge steigt seit Jahren deutlich an. Besonders betroffen sind Branchen wie die Ernährungsindustrie, das Baugewerbe, die Metallindustrie, Logistik, Handel, oder das Gesundheitswesen.

 

 


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