Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 015 - 29.06.2011
DGB fordert Qualitätsverpflichtung der Unternehmen

"Generation Praktikum" in Hamburg

Julia Becker

Julia Becker DGB Hamburg

Der DGB Hamburg setzt sich für eine Qualitätsverpflichtung für Unternehmen ein, die PraktikantInnen beschäftigen. „Manche Firmen benutzen PraktikantInnen, um reguläre Beschäftigungsverhältnisse zu ersetzen,“ so Hamburgs DGB Vorsitzender Uwe Grund, „Wir wollen, dass sie ein faires Praktikum bieten. Dazu gehört zum Beispiel ein Vertrag, vernünftige Betreuung, Bezahlung von mindestens 300 Euro und das Recht auf ein Zeugnis.“

Hintergrund ist eine neue Studie, die der DGB zusammen mit der Hans-Böckler-Stiftung und der Freien Universität Berlin anhand von Befragungen von HochschulabsolventInnen erstellt hat. Danach arbeiten 38,1 Prozent der PraktikantInnen in Hamburg unbezahlt. Die anderen bekommen durchschnittlich 550 Euro monatlich, was dem Bundesdurchschnitt entspricht.

"Gelernt habe ich da nichts"

81 Prozent der insgesamt Befragten gaben an, dass sie während ihres Praktikums vollwertige Arbeit geleistet haben. Bei 75 Prozent war die Arbeit fest in den Betriebsablauf eingeplant. Das kennt auch Julia Becker. Die 24-jährige Geographie-Studentin wollte einen Einblick in die Tourismusbranche gewinnen und landete bei einer Hamburger Firma, die ein Internet-Portal betreibt. „Gelernt habe ich da nichts. Ich durfte im Callcenter sitzen und Anrufe entgegennehmen“, erzählt sie.

Insgesamt geht rund jeder fünfte Hochschulabsolvent in Hamburg nach dem Studium erstmal in ein Praktikum. Hoffnung darauf, im Unternehmen anschließend auch eine Stelle angeboten zu bekommen, brauchen sich die meisten nicht zu machen: Nur zehn Prozent bleiben in der Hansestadt anschließend in der Firma „kleben“.

Rechtlich hat sich nichts gebessert

Seit der Veröffentlichung der ersten Studie des DGB zum Thema „Generation Praktikum“ 2007 und der anschließenden breiten Diskussion habe sich zwar auch in Hamburg einiges getan, so Uwe Grund. Immerhin gäbe es jetzt im öffentlichen Dienst und auch bei der Handelskammer Leitlinien für die Beschäftigung von PraktikantInnen. Doch „rechtlich hat sich nichts gebessert. Da muss auf Bundesebene dringend etwas geschehen.“

Olaf Schwede, Sprecher der DGB-Jugend Hamburg ergänzt: „Wir brauchen eine gesetzliche Definition eines Praktikums als Lernverhältnis im Bürgerlichen Gesetzbuch. Praktika nach dem Studium sind generell anzulehnen. Da sollten Firmen und Verwaltungen reguläre Arbeitsverhältnisse wie zum Beispiel Trainee- und Berufseinstiegsprogramme anbieten, die entsprechend vergütet werden.“

Eine Präsentation mit Auszügen aus der Studie und einigen Zahlen aus Hamburg finden Sie hier:


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