Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 05.03.2004

8. März - Internationaler Frauentag

DGB -Motto: Gleichstellung = umsetzen!
Die Frauen haben wenig Grund zum Feiern in dieser Stadt. Petra Heese, beim DGB Hamburg zuständig für Frauenpolitik: „Die Bilanz der Frauenpolitik des Mitte-Rechts-Senats ist miserabel“:
- Das Senatsamt für Gleichstellung wurde aufgelöst
- Frauenprojekte und -beratungsstellen mussten massive Kürzungen hinnehmen
- Frauenpolitik wird bei der CDU mit Familienpolitik gleichgesetzt. Dazu passt auch die jüngste Äußerung des Ersten Bürgermeisters Ole von Beust, der Kinder unter drei am liebsten zu Hause bei der Mutter sehen würde.
- die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird angesichts des Desasters in der Kinderbetreuung noch extra erschwert.
„Aber auch auf Bundesebene sieht es für Frauen nicht rosig aus“, so Petra Heese, „Sie haben häufig die schlechter bezahlten Arbeitsplätze (,typische Frauenberufe‘), erleiden durch Erziehungszeiten Karriereknicks, erhalten später niedrigere Renten und geringere Leistungsansprüche etwa im Falle der Arbeitslosigkeit. Darüber hinaus können die wenigstens Frauen mit Teilzeitjobs ein Existenz sicherndes Einkommen erzielen.“
Aktuelle Zahlen belegen die Schlechterstellung der Frauen am Arbeitsmarkt: Weibliche Angestellte erhalten 30 Prozent weniger Entgelt als männliche Kollegen, nach der dualen Ausbildung ist das Risiko der Frauen, arbeitslos zu werden mit 24 Prozent höher als bei Männern (20 Prozent), und Mütter mit Kindern unter 14 Jahren sind mit 59,4 Prozent deutlich schlechter vertreten als Frauen ohne Kinder (83 Prozent). Bei den Müttern mit Kindern unter drei Jahren beträgt die Erwerbstätigkeit sogar nur knapp 30 Prozent.
Viele Alleinerziehende –meist Frauen - geraten in die Armutsfalle: 30 Prozent aller Hamburger Sozialhilfeempfänger sind Alleinerziehende. Und auch die Steuer-Reform benachteiligt sie finanziell: Nicht nur, dass ihnen der Haushaltsfreibetrag sukzessive gestrichen wird, Alleinerziehende mit Steuerklasse II werden auch noch stärker zur Kasse gebeten als Ehepaare ohne Kinder.
„Wenn man mit den politisch Verantwortlichen spricht, zeigen sie viel Verständnis für die Frauenthemen“, sagt Petra Heese und wäre froh, wenn der verbalen Aufgeschlossenheit auch Taten folgen würden entsprechend des DGB-Mottos zum Frauentag: Gleichstellung = umsetzen!
„Ein Anfang wäre gemacht, wenn wir endlich Unisex-Tarife in der privaten Renten- und Krankenversicherung bekämen. Hierzulande zahlen Frauen immer immer noch höhere Beiträge oder bekommen weniger ausgezahlt.“ Mit der Aktion „Tag der Abrechnung“ machen sich Gewerkschafterinnen ab dem 8. März dafür stark, dass die Bundesregierung endlich der geplanten EU-Richtlinie zustimmt, die Unternehmen zu Unisex-Tarifen verpflichten will.“
Info: www.tagderabrechnung.de
Veranstaltung des DGB Hamburg zum Internationalen Frauentag am 8.3. 04: Museum der Arbeit, Maurienstraße 19, Barmbek, ab 17.30 Uhr. Mit Kurz-Vorträgen, Kabarett, Kinderbetreuung etc.

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