Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 14.11.2007

Braune Jungs un Nazi-Deerns. Hamburg ganz rechts

DGB-Jugend und "Avanti" veröffentlichen Broschüre zu Rechtsextremismus in Hamburg
Mit einer 44-seitigen Broschüre, die heute im Hamburger DGB-Haus am Besenbinderhof vorgestellt wurde, möchten die DGB-Jugend und „Avanti - Projekt undogmatische Linke" auf die zunehmende Gefahr aus Kreisen der extremen Rechten in Hamburg aufmerksam machen.
Die als Kooperationsprojekt mit einer Auflage von 5000 Exemplaren entstandene Broschüre zeigt die Entwicklungen der rechtsextremen Szene und ihrer Strukturen in Hamburg auf, beschäftigt sich mit ihren ideologischen Schwerpunkten, ihrem Wählerpotential und den von ihr ausgehenden Gefahren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Parteien DVU, NPD und den so genannten "Freien Kameradschaften". Das Vorwort der Broschüre stammt von Esther Bejerano, die das KZ Auschwitz überlebte.
Olaf Schwede, DGB-Landesjugendsekretär Hamburg: "Die extreme Rechte hat in den vergangenen Monaten verstärkt auf sich aufmerksam gemacht. Die gewaltsame Störung von Veranstaltungen demokratischer Organisationen, die Wahl von Jürgen Rieger zum Landesvorsitzenden der Hamburger NPD, die geplante Kundgebung der DVU auf dem Hamburger Rathausmarkt, all dies zeigt, dass die extreme Rechte offensiver agiert und bewusst die Öffentlichkeit sucht. Wir wollen mit dieser Broschüre einen Gegenpunkt setzen."
Felix Krebs, Mitautor der Broschüre und Vertreter von "Avanti" ergänzt: "Zur Hamburger Bürgerschaftswahl wird die DVU in Abstimmung mit der NPD kandidieren. Wir erwarten einen offensiven kurzen Wahlkampf. Das Potential der extremen Rechten in Hamburg darf nicht unterschätzt werden. In der Vergangenheit sind die extremen Rechten mehrfach nur durch ihre Zersplitterung an der 5 Prozent-Hürde gescheitert."
Die DGB-Jugend bekräftigt angesichts der Vorstellung der Broschüre ihre Forderung nach einem Landesprogramm gegen Rechts. Schwede: "Senat und Bürgerschaft müssen verstärkt gegenüber rechtsextremen Einstellungen und Parteien aktiv werden. Ein Landesprogramm gegen Rechts muss hierbei insbesondere den Bereich der politischen Bildung stärken und die Kräfte der Zivilgesellschaft unterstützen. Dies ist nicht zum Nulltarif zu haben."
Darüber hinaus kann ab sofort jeder Hamburger und jede Hamburgerin unter "www.keine-stimme-den-Nazis.org" eine Unterschriftenaktion gegen den Einzug von rechtsextremen Parteien in die Bürgerschaft unterstützen.
Die Broschüre kann bei der DGB-Jugend unter jugend.nord@dgb.de angefordert oder im Internet herunter geladen werden. Öffentlich vorgestellt wird die Broschüre im Rahmen der Veranstaltung "respekt" der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Jugendverbände am Sonntag dem 18.11.2007 um 12:30 Uhr im Kölibri, Hein-Kölisch-Platz 12 in Hamburg-St. Pauli.

Nach oben