Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 29.12.2009

DGB lädt ein zum Hamburger Gerechtigkeitsgipfel

Trotz ihres überdurchschnittlichen Potentials befindet sich die Stadt Hamburg nach Auffassung des DGB-Vorsitzenden Uwe Grund auf einer gefährlich schiefen Ebene. Das normale Berufs- und Familienleben werde mit wachsenden Risiken belastet, zugleich eröffneten sich an den sozialen Rändern immer weniger Chancen. Zu viele Menschen in der Stadt lebten mit dem schlechten Gefühl sozialer Unsicherheit oder sogar mit der resignativen Haltung, dass ihnen auch in Zukunft wenig gelingen könne. „Soziale Bedrohung und Perspektivlosigkeit beruhen nicht auf Einbildungen, sondern auf Erfahrungen“, betont Grund. Die Wirtschaftskrise treffe auf eine Stadtpolitik, die soziale Verantwortung seit Jahren als Belastung ansehe und Gerechtigkeit klein schreibe.
Niemand, der in Hamburg politische Verantwortung trage, könne zufrieden und gelassen auf 2010 blicken. Ohne die Ressourcen sie zu nutzen, also ohne Bildung und ohne Geld, schrumpften auch die größten Chancen wie löchrige Ballons, sagt Grund. „Ich registriere einen dramatischen Widerspruch zwischen beschönigender Wohlstands- und Wachstumsrhethorik hier, beschämender Abstiegs- und Ausgrenzungsrealität dort. Wie viele andere erkenne ich dieses Problem und wie alle anderen kenne ich keine einfache Lösung. Deshalb werde ich in 2010, dem Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung, den Hamburger Gerechtigkeitsgipfel organisieren; nicht als einmalige Veranstaltung, sondern als Diskussions- und Arbeitsprozess. Das öffentliche Bewusstsein für die Risiken von Armut und sozialer Ausgrenzung zu stärken und die Aufmerksamkeit für die vielfältigen Ursachen und Auswirkungen zu schärfen, das sind die Ziele des Europäischen Jahres 2010, ausgerufen von der Europäischen Kommission. Es sind auch die Ziele des DGB Hamburg.“
„Ich lade – nicht alle – dazu ein, dabei mit zu machen“, sagt Grund. Wer nur die Pferdeäpfel-Theorie predige und praktiziere – den dicken Reichtum füttern, dann fällt schon für die Armen etwas ab – der suche den Weg zu mehr Gerechtigkeit offenkundig nicht. Wirtschaftliche Stärke, die Ungerechtigkeiten und soziale Erniedrigung in Kauf nehme oder sogar verursache, könne nicht nachhaltig sein. Eine der modernsten Städte des 21. Jahrhunderts lasse sich nicht auf dem Verhältnis Herren und Damen in schicker Abendgarderobe contra Zeit- und Leiharbeiter in prekärer Nachtarbeit fortentwickeln. Soziale Sicherheit und gute Arbeit gehörten unmittelbar zusammen. Schlechte Arbeit und Arbeitslosigkeit seien die häufigsten Ursachen für Armut und Ausgrenzung.

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