Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 13/16 - 27.04.2016
Maiempfang des Senats

„Solidarität in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen“

Hier gibt es unsere Pressemitteilung, sowie die ganze Rede von Katja Karger auf dem Maiempfang.

Olaf Scholz, Michaela Dankers, Katja Karger

Olaf Scholz, Michaela Dankers, Katja Karger DGB HH

Auf dem heutigen Maiempfang des Senats hat Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger mehr Solidarität in der Gesellschaft eingefordert. Anlehnend an das Motto des 1. Mai in diesem Jahr, „Zeit für mehr Solidarität. Viel erreicht und noch viel vor“ sagte sie: „Der Begriff Solidarität klingt unzeitgemäß. Wohin wir auch schauen: die Gräben zwischen den Menschen werden größer.“ Drei Themen stellte Karger in den Mittelpunkt ihrer Rede:

- Die Spaltung der Stadt in Arm und Reich

Karger:
„Für eine sozialere Stadt, wie wir sie uns wünschen, müssen Leute mit Geld stärker als bisher in die Verantwortung genommen werden.“ Dabei nahm sie auch Bürgermeister Olaf Scholz in die Pflicht: „Intensivieren sie die Steuerprüfungen bei den Vermögenden. Schauen sie den Bänkern in Hamburg genauer auf die Finger.“

- Den Freihandel
Die Abkommen Ceta, TTIP und Tisa bezeichnete sie in der bisherigen Form als „unsolidarisch und ungerecht“:„Dieser Freihandel bevorzugt die Wirtschaft und benachteiligt die Beschäftigten – Wir, die Beschäftigten und die Bevölkerung sind von den Auswirkungen solcher Abkommen am meisten betroffen – und haben keinerlei Mitspracherecht.“

- Die Flüchtlingssituation
Dabei betonte Karger, dass die Gewerkschaften sich weiterhin gegen die Bürgerbegehren und Volksinitiative zu großen Flüchtlingsunterkünften in Hamburg aussprechen: „Wir dürfen diese demokratischen Mittel nicht den Rechtspopulisten und Rechtsextremen für ihre Propaganda zum Mitfahren anbieten.“
 
Zudem appellierte Karger an den Bürgermeister und den Senat, mehr bezahlbaren Wohnraum in Hamburg zu schaffen, sowie speziell im Einflussbereich der Stadt viel mehr gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse, zum Beispiel Befristungen, anzugehen.
 
Michaela Dankers sprach als Betriebsratsvorsitzende der DB Vertriebs GmbH, wo sie speziell für die Kundenzentren in Hamburg und Schleswig-Holstein verantwortlich ist. Dankers sagte über die Auswirkungen von Smartphone etc. auf ihre Arbeitsbereiche: „Kaum einer hat im Zug noch eine Fahrkarte, die er vorher im Reisezentrum gekauft hat. Als Interessenvertreterin denkt man natürlich: Oh je, was wird uns das an Arbeitsplätzen kosten? Das Berufsbild des Reiseberaters verändert sich und es ist an uns allen, dass wir uns gemeinsam dafür einsetzen, das Service am Kunden etwas Wert bleibt.“
 


Die Rede von Katja Karger als pdf zum Download:


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