Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 26/17 - 27.11.2017

Im Betrieb deutlich gegen sexuelle Belästigung vorgehen

Zum Internationalen Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen!“ am 25. November hat Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger Arbeitgeber/-innen und Arbeitnehmer/-innen aufgefordert, sexuelle Belästigung und Übergriffen am Arbeitsplatz stärker zu thematisieren und konsequent zu handeln. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten hätten laut Forschung schon Situationen von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz beobachtet oder selbst erlebt. Dennoch fehle es in vielen Betrieben an Ansprech-partner/-innen, Beratungsangeboten, Notrufnummern und Mitarbeiter-Informationen mittels Aushängen etc.

„Die Unternehmensführung muss deutliche Zeichen in die Belegschaft senden, wie mit solchen Übergriffen umgegangen wird. Niemand darf das Gefühl bekommen, mit seinem Handeln irgendwie durchkommen zu können“, so Karger. In Branchen wie dem Dienstleistungssektor oder dem Gastgewerbe, in denen Beschäftigte häufig von Übergriffen von Dritten betroffen sind, müsse die Geschäftsleitung ihre Mitarbeiter ermutigen, sich schützend vor ihre Kolleg/-innen zu stellen und schulen, wie mit Übergriffen umgegangen werden könne.

Karger weist darauf hin, dass die Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vorzugehen (§ 12ff. AGG). Sie müssen vorbeugende Maßnahmen treffen, ihre Beschäftigten schulen, im Fall einer sexuellen Belästigung die geeigneten, erforderlichen und angemessenen Maßnahmen gegen-über belästigenden Beschäftigten ergreifen. Dazu gehören Abmahnung, Umsetzung, Versetzung oder Kündigung.

Der DGB fordert zudem eine Gesetzesänderung, damit nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Gewerkschaften Gerichtsverfahren bei Fällen von sexueller Belästigung gegen Arbeitgeber anstrengen können. „Sich zu wehren, ist nicht einfach. Angst vor (beruflichen) Konsequenzen darf allerdings niemanden hindern, gegen sexistische Sprüche, Berührungen und Bilder oder gegen Gewalt und Diskriminierung aufzustehen. Kampagnen wie „Aufschrei“ oder "MeToo" haben gezeigt, wie wichtig es ist, Übergriffe zu benennen und eben nicht mit sich selbst auszumachen“, ergänzt Renate Götze, Landesfrauensekretärin der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. „Wir unterstützen insbesondere Betriebs-und Personalräte darin, auf betrieblicher Ebene Vereinbarungen zur Vorbeugung von sexueller Belästigung abzuschließen.“

Aber auch die häusliche Gewalt sei alarmierend: allein im ersten Halbjahr 2017 wurden 540 Personen ( Frauen und Kinder) durch die Koordinierungs-und Servicestelle der Hamburger Frauenhäuser aufgenommen, weitere 377 Personen lebten laut einer Senatsdrucksache bereits in Frauenhäusern. „Gewalt gegen Frauen ist leider immer noch ein aktuelles Thema“, so Götze, „deswegen begrüßen wir es sehr, dass die Sozialbehörde mit einer Plakataktion auf dieses wichtige Thema aufmerksam macht.“

Hintergrund:

Die Organisation TERRE DES FEMMES organisiert seit dem Jahr 2001 den Aktionstag NEIN zu Gewalt an Frauen. Seitdem werden am 25. November an öffentlichen Orten Fahnen mit dem Motto gehisst, auch am Hamburger Gewerkschaftshaus.

Einen Leitfaden gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, vom DGB herausgegeben, gibt es online hier: https://frauen.dgb.de/-/hcF

Ver.di zum um Thema Betriebsvereinbarungen: https://frauen.verdi.de/themen/sexismus/++co++dcac9b32-cad1-11e7-a9a9-525400940f89

 


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