Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 10.10.2006

DGB Hamburg zum Monitor Wachsende Stadt


Für Arbeitslose und sozial Schwache ist Hamburgs Weg voller Hürden und Schlaglöcher
Gemessen an den Zielen des Senats-Leitbildes „Metropole Hamburg – Wachsende Stadt“ ist festzustellen, dass die Punkte „Beschäftigungswachstum“ sowie „Sicherung der Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit der Stadt“ sehr einseitig definiert wurden und ganze Bevölkerungsgruppen dabei außer acht gelassen werden, kritisiert der DGB Hamburg.
„Die fast 40 000 Langzeitarbeitslosen in Hamburg werden kaum davon sprechen können, dass ihre Lebensqualität gesichert ist oder sie konkrete Aussichten auf Beschäftigung haben“, sagt Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg. Während der Senat gleich unter Punkt 1 vom Erwerbstätigenzuwachs um 0,8 Prozent in 2005 schwärmt, wird die wachsende Arbeitslosigkeit erst auf der letzten Seite kurz erwähnt, der Anstieg der Langzeitarbeitslosen um über 36 Prozent binnen Jahresfrist erst gar nicht beziffert, die generelle Ausbildungsplatzmisere, die rund 20 Prozent in Armut lebenden Kinder etc. überhaupt nicht benannt.
„Die Kriterien und Darstellungen des Monitors zeigen, dass dieser CDU-Senat eine einseitig wirtschaftsorientierte Politik macht“, so Erhard Pumm. „Ehrlicherweise müsste es heißen: Metropole Hamburg – für wachsende Gewinne der Unternehmen.“
Es sei viel von Handel und Wirtschaftskraft die Rede – die ganze Wahrheit über diese Metropole schlösse aber auch die sozialen Lagen mit ein, und hier seien sehr besorgniserregende Fakten zu benennen, so Hamburgs DGB-Vorsitzender:
- in Hamburg gibt es 43,1 Prozent Langzeitarbeitslose (fast 40 000 Personen)
- nur 44,3 Prozent aller 55-65jährigen Hamburger haben eine reguläre Arbeit, in der Altersgruppe der 60 bis 65jährigen sind sogar nur rund 28 Prozent sozial versichert angestellt
- Hamburg hat im Bundesvergleich überdurchschnittlich steigende Minijobber-Zahlen und treibt – auch durch Kombilöhne und massenhaften Einsatz von Ein-Euro-Jobs den Niedriglohnsektor voran, der den Menschen keine existenzsichernden Einkommen bietet
- In Hamburg erzielen Frauen nur rund 77 Prozent des Bruttoverdienstes der Männer, viele arbeiten nur Teilzeit und in „Billigjobs“
- In Hamburg sind vier Mal so viele Hamburger auf öffentliche Unterstützungsleistungen angewiesen als 1980
- Der Anteil der männlichen Hamburger, die ihren Lebensunterhalt überwiegend aus Einkünften der Berufstätigkeit bestreiten, ist innerhalb von 25 Jahren um 11 Prozent auf nur noch 60 Prozent zurückgegangen
- Die Zahlen überschuldeter Menschen wächst – 100 000 Hamburger sind von Überschuldung betroffen
- Die Zahl der der Bedarfsgemeinschaften mit Kindern unter 15 Jahren in Hamburg stieg seit Einführung von Hartz IV permanent um mittlerweile 16,4 Prozent. Jedes fünfte Kind lebt in Armut
- Durch das neue Kita-System bleiben Kinder Arbeitsloser immer häufiger außen vor, die Betreuungsqualität sinkt
- Kinder von Migranten und Arbeitslosen bleiben der Vorschule wegen der Einführung von Gebühren fern
- Die Schulklassen sind mit bis zu 31 Schülern überfüllt
- Rund 10 Prozent der deutschen Schüler und 20 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund verlassen die Schule ohne Abschluss
- Über 5000 Jugendliche in Hamburg sind ohne Ausbildungsplatz

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