Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 7/16 - 02.03.2016

Rentenpolitik: Höchste Zeit zum umsteuern!

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger hat den Senat aufgefordert, sich im Bund stärker für ein Umsteuern in der Rentenpolitik einzusetzen: „Alle haben das Recht auf ein würdiges Leben im Alter. Doch wenn jetzt nicht die richtigen Weichen gestellt werden, wird die Armut stärker sein als die menschliche Würde. Wir müssen uns fragen: wollen wir, dass unsere Eltern und künftige Generationen in ihrer dritten Lebensphase nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben können? “

Das Rentenniveau dürfe nicht weiter abgesenkt, sondern müsse erhöht werden, so Karger anlässlich einer Diskussionsveranstaltung mit Prof. Dr. Gerd Bosbach im Bürgerhaus Wilhelmsburg. Das umlagefinanzierte System müsse wieder gestärkt werden, statt auf betriebliche und privat finanzierte Altersvorsorge zu setzen.

Karger kündigte an, dass der DGB in nächster Zeit mit einer großen Kampagne auf das Thema Rente aufmerksam machen werde. „So wie es ist, kann es nicht bleiben. Die zunehmende Altersarmut, gerade in einer teuren wie unserer, nimmt bereits dramatische Züge an. Deswegen brauchen wir aus Hamburg starke Signale für ein Umdenken auf Bundesebene.“

Der aus Hessen stammenden Idee einer Deutschland-Rente erteilte Karger eine Absage: „In nahezu allen aus Gewerkschaftssicht entscheidenden Fragen – Leistungsniveau der Auszahlungen, Arbeitgeberbeteiligung, organisatorische Ausgestaltung – belässt es das Deutschlandrentenkonzept bei Andeutungen.“

Einige Argumente, die die Notwendigkeit für ein Umsteuern in der Rentenpolitik deutlich machen:

- Laut Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist die Entwicklung bei Rentnern in Hamburg alarmierend. Trotz sinkender Armutsquoten in allen anderen Bereichen ist hier die Armutsquote auf 13,3 Prozent und somit auf einen neuen Höchststand gestiegen.

- Deutschland hat den größten Niedriglohnbereich in Europa. Fast jede/-r Vierte ist betroffen. Die niedrigen Löhne von heute sind die Mini-Renten von morgen

- besonders Frauen in den unterbezahlten sozialen Berufen, z.B. Erzieherinnen oder Pflegerinnen, sind betroffen.

- Altersarmut macht auch vor Durchschnittsverdienern nicht Halt: Ein Metallarbeiter bekäme bei einem Rentenniveau von 50 Prozent und einem Lohn von 2.600 Euro 1.100 Euro Rente, bei 43 Prozent sind es nur 960 Euro.

- Ergebnis einer OECD-Studie: Die Höhe der Rente im Vergleich zum Nettoeinkommen aus der Berufstätigkeit liegt für Durchschnittsverdiener in Deutschland nach Jahrzehnten im Beruf mit 53 Prozent deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. In den anderen OECD-Ländern bekommen Rentner/innen durchschnittlich 75 Prozent "Nettoersatz".

- Fast 70 Prozent der Deutschen glauben laut einer Emnid-Umfrage nicht, dass ihre gesetzliche Rente zum Leben reichen wird.


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