Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 072 - 29.12.2013

Hamburg - Hauptstadt der Arbeitsüberlastung?!

Hamburgs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer klagen über immer höheren Druck bei der Arbeit und wollen mehr Mitspracherechte in ihren Betrieben. Das geht aus einer Umfrage der IG Metall unter 8.735 Beschäftigten in der Hansestadt hervor, die die Gewerkschaft zusammen mit dem DGB Hamburg heute veröffentlicht hat. Danach haben mehr als 80 Prozent der Befragten den Eindruck, dass Sie in den letzten Jahren immer mehr Arbeit in der gleichen Zeit bewältigen müssen. Rund jeder fünfte Beschäftigte muss ständig oder häufig außerhalb seiner regulären Arbeitszeit für sein Unternehmen tätig sein. Bei jedem zehnten erwartet der Arbeitgeber ständig oder häufig, dass er oder sie auch außerhalb seiner/ihrer normalen Arbeitszeit erreichbar ist (z.B. per E-Mail oder Handy). Ausreichende Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten findet weniger als die Hälfte der Befragten in ihrem Betrieb.

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger: Die Ergebnisse zeigen, dass von guter Arbeit in vielen Hamburger Betrieben keine Rede sein kann. Ständige Erreichbarkeit, ausufernde Flexibilisierung, hohe Arbeitsverdichtung - und das bei viel zu wenig Mitspracherecht. Die Beschäftigten werden einem Druck ausgesetzt, dem nicht alle Stand halten können. Demgegenüber fehlen Möglichkeiten der betrieblichen Mitbestimmung, um gegensteuern zu können. Hamburg ist die Stadt der Arbeitsüberbelastung geworden, die Folgen werden erkennbar anhand des Anstiegs von Krankheitstagen sowie der Zunahme an psychischen Erkrankungen."

Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste: „Wir haben heute nicht zu viel Mitbestimmung, sondern zu wenig. Die Beschäftigten sind es leid, dass sie in immer kürzerer Zeit immer mehr leisten müssen, aber bei vielen Fragen im Arbeitsleben nicht mitreden können. Wir fordern deshalb mehr individuelle Beteiligungsrechte für die Beschäftigten: Auch die Betriebe müssen mehr Beteiligung wagen.“

Deutlichen Nachholbedarf gibt es in Hamburgs Betrieben auch, was die altersgemäße Gestaltung der Arbeitsplätze angeht: Weniger als ein Drittel der Beschäftigten sagt, dass ihre Betriebe auf die älter werdenden Belegschaften vorbereitet sind. Und nur jeder etwa jeder Dritte glaubt, seine heutige Tätigkeit bis zum bisherigen Rentenalter von 65 Jahren ausüben zu können. „Wir dürfen nicht abwarten, bis sich die Situation in den Betrieben weiter zuspitzt: Der demographische Wandel gehört auf die Tagesordnung der Betriebe“, so Geiken.

Die Ergebnisse stammen aus einer bundesweiten Umfrage der IG Metall, an der sich im Sommer dieses Jahres insgesamt mehr als 500.000 Beschäftigte beteiligten. Die regionalen Zahlen wurden jetzt ausgewertet und von der IG Metall Küste zusammen mit dem DGB Hamburg veröffentlicht.

Die kompletten Ergebnisse der Umfrage finden Sie unten als datei zum Download.

 


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