Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 8/17 - 03.05.2017

Alarm! Bewerberhöchststand - aber Betriebe bieten weniger Ausbildungsplätze an

Die Unternehmen in Hamburg haben im Zeitraum Oktober 2016 bis April 2017 weniger Ausbildungsplätze angeboten, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zwar steigt die Zahl der insgesamt angebotenen Plätze, die gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätze ging aber um ein Prozent auf 9.308 zurück. Für Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger „ein Alarmzeichen“, denn der Trend aus diesem Zeitraum verstetige sich in der Folgezeit meist.

Der Rückgang ist unter anderem besonders stark bei den Elektrotechnikern (-23 Prozent), im Maschinenbau- und Betriebstechnik oder den Fahrzeug-, Luft, Raumfahrt und Schiffbautechnikern (jeweils ca. minus elf Prozent). In der Energietechnik sieht es mit minus sechs Prozent nicht viel besser aus. Alles Branchen für angehende Fachleute, die insbesondere im Rahmen von Industrie 4.0 besonders gebraucht werden.

Dagegen suchen immer mehr junge Leute einen Ausbildungsplatz: Die Anzahl der Bewerber/-innen stieg um elf Prozent. Das sind 776 mehr als im Vorjahreszeitraum und insgesamt 7.838. Hinzu kommen tausende Bewerber/-innen aus den anderen Bundesländern, die noch gar nicht in der Statistik enthalten sind. Das ist die höchste Zahl an Bewerber/-innen seit der Jahrtausendwende.

„Speziell in Branchen, in denen über Fachkräftemangel geklagt wird, bieten die Unternehmen weniger Ausbildungsplätze an. Das ist absurd“, so Karger. Auf der einen Seite würden Betriebe Kompetenzvermittlung in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) fördern und fordern, auf der anderen Seite aber Ausbildungsplätze abbauen.

Karger: „Die große Zahl an Bewerber/-innen zeigt, dass die Duale Berufsbildung ein hohes Ansehen bei den Jugendlichen genießt. Dann brauchen sie aber auch gute Angebote von den Arbeitgebern. Wer nicht ausreichend ausbildet, kann sich die Krokodilstränen zum sogenannten Akademisierungswahn sparen.“

Im Schnitt bildet bundesweit nur noch jedes fünfte Unternehmen aus. Um den Druck auf ausbildungsunwillige Betriebe zu erhöhen fordert der DGB ein Umlageverfahren als fairen finanziellen Ausgleich zwischen ausbildenden und nichtausbildenden Unternehmen.


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