Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 10/16 - 22.03.2016
Veranstaltung im Rahmen des Equal Pay Day

Frauen fordern RECHT auf mehr – Chancen der Digitalisierung nutzen

„Jede neue Technologie kann Anlass sein, Geschlechterverhältnisse neu zu verhandeln, Machtverhältnisse, Rollenzuschreibungen und Arbeitsteilung zu hinterfragen.“

Aus Anlass des Equal Pay Day spannte der DGB Hamburg einen Bogen zwischen der Debatte um Arbeit 4.0 und den Arbeitsbedingungen von Frauen. Denn die Arbeit der Zukunft birgt viele Chancen für Frauen – aber auch einige Risiken. Bei der gut besuchten Veranstaltung diskutierten die Gäste darüber mit der Leiterin des wissenschaftlichen Sekretariats der DGB/HBS-Kommission „Arbeit der Zukunft“ Christina Schildmann. Diese schilderte eindrücklich, welche Möglichkeiten in der zunehmenden Digitalisierung stecken. Allerdings wurde auch deutlich, dass es nicht von selber zu einer positiven Entwicklung kommen wird, sondern dass wir die Zukunft aktiv gestalten müssen. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich: Im Ungleichgewicht zwischen einer Digitalisierungsdebatte, die geprägt ist von Technikfaszination und Industrie 4.0 und dem bereits vielfach digitalisierten Dienstleistungssektor, in dem vornehmlich Frauen arbeiten, stecken noch viele gewerkschaftliche Themen.

Der Abend wurde abgerundet mit dem sehenswerten Dokumentarfilm „Work Hard, Play Hard“ über die moderne Arbeitswelt.


Unsere Pressemitteilung:

Anlässlich des gerade zurückliegenden Equal Pay Days hat Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger gefordert, die bisherige Debatte um Arbeit 4.0 auch aus Geschlechterperspektive zu führen: „Große technische Veränderungen bringen auch immer die Chance mit sich, die bestehende Verhältnisse zwischen Mann und Frau zu hinterfragen und neu zu ordnen. Wir müssen die Möglichkeiten der Digitalisierung dafür nutzen, Frauen bessere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu bieten. Dafür sind umfassende Qualifizierungen notwendig, damit Frauen nicht abgehängt werden. Außerdem brauchen wir eine gesellschaftliche Debatte über lebensphasenoriente Arbeitszeitmodelle – die Frauen und Männern zugute käme.“
 
Zum Equal Pay Day lädt der DGB Hamburg heute, am Dienstag den 22. März, um 17 Uhr in den KLUB im Gewerkschaftshaus zu einer Veranstaltung ein. Zu Gast ist Christina Schildmann, Leiterin der Expertenkommission "Arbeit der Zukunft" bei der Hans-Böckler-Stiftung. Sie sagt: „Technisch vorne, aber gesellschaftspolitisch zurück? Das darf nicht die Perspektive sein. Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität sichern wir nur, wenn wir Digitalisierung und Geschlechterfragen zusammendenken.“

Hintergrund:
Der "Equal Pay Day" ist der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen arbeiten müssen, um das selbe Geld zu bekommen, dass Männer bereits 1.1. für ihre Arbeithaben. Am 19. März 2016 fand der Aktionstag bereits zum siebten Mal in Deutschland statt. Die Lohnlücke in Deutschland beträgt derzeit 21 Prozent (in Hamburg rund 24 Prozent). Damit befindet sich Deutschland weiterhin unter den Schlusslichtern Europas (Rang 25 von 28 Staaten). Die diesjährige Kampagne zum Equal Pay Day steht unter dem Motto WAS IST MEINE ARBEIT WERT.
 
Die Forderungen der Gewerkschaften zum Equal Pay Day:
- Gesetz für Entgelttransparenz
- Rechtsanspruch auf Rückkehr aus Teilzeit
- Korrekte Anwendung des Mindestlohns
- Reform der Minijobs


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