Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 12/16 - 11.04.2016
Immer wieder attackieren Arbeitgeber Betriebsratsarbeit in Hamburg

Union Busting: „Psychoterror mit System“

Gemeinsam gegen Union Busting

Gemeinsam gegen Union Busting DGB HH

Das war ein starkes Signal! Rund 200 Kolleg/innen und Kollegen waren am Montag, den 11. April ins Polittbüro zur Veranstaltung „Erfolgreich gegen Union Busting“ gekommen. Darunter zahlreiche Betroffene. Zum Beispiel

- Peggy Prescher vom BUREAU VERITAS. Unter diesem Link gibt es Hintergründe zu ihrem “Fall”

- Ehemalige Kolleginnen von On Stage & Sports, die einen Betriebsrat einrichten wollten

- Kolleg/innen von HUK-Coburg

- Kolleg/innen von GOODGAME Studios

- Kolleg/innen von der „Deutsche Post Customer Service Center“: Dort baut die Firmenleitung Parallelstrukturen zum Betriebsrat auf, es kommt immer wieder zu verbalen Entgleisungen gegen Betriebsräte, oder auch zum Abfilmen von Streikenden und weiteres.

Mut zeigen, sich wehren: Es lässt sich viel erreichen!

Günter Wallraff war Gast auf unserer Veranstaltung und berichtete von seinen Erfahrungen zum Thema, die er mit seiner Initiative work-watch bundesweit gesammelt hat. Zum Teil waren es erschütternde Berichte von Kolleg/innen, bei denen es sogar bis hin zu Selbstmordversuchen ging. Doch Wallraff sprach allen, die sich wehren, Mut zu. Seine Berichte zeigten außerdem: Es lässt sich viel erreichen, wenn man den Angriffen trotzt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung berichtete Betriebsrat Thomas Mellin von der Firma Dow Chemical, wie er von der Unternehmensführung angegangen worden ist. Einen Bericht über ihn gibt es unter diesem Link zu finden.

Zudem stellte Mellin das Verfahren der „kollegialen Beratung“ vor, mit dem die IG BCE bei solchen Fällen arbeitet und was Günter Wallraff als „vorbildliches Beispiel“ für den Umgang mit Angriffen auf Betriebsräte bezeichnet.

Klar geworden ist an diesem Abend im Polittbüro: Gemeinsam ist man am stärksten. Deswegen war es auch ein Anliegen zahlreicher Kolleg/innen, sich noch besser untereinander zu vernetzen. Ein solches Netzwerk soll nun den Anfang bilden für weitere Aktivitäten zum Thema.

Hier geht es zum NDR-Bericht aus dem Hamburg Journal zur Veranstaltung.

Ein ausführliches Interview, dass ver.di Publik mit Günter Wallraff geführt hat, gibt es unter diesem Link zu lesen.

"Einschüchtern, isolieren, zermürben" lautet der Titel eines Radiobeitrages auf Deutschlandradio Kultur. Zu lesen oder zu hören unter diesem Link.

 

Streik bei Neupack

Streik bei Neupack DGB HH

Der "Fall Murat Günes": 

Murat Günes, Betriebsratsvorsitzender bei Neupack. Er wurde sogar bespitzel, wie in diesem Text auf der Homepage der IG BCE nachzulesen ist.  

Ein knapp einstündiges Radiofeature des NDR dazu, gibt es unter diesem Link.

Die IG BCE fordert in diesem Zusammenhang Schwerpunktstaatsanwaltschaften zum besseren Schutz von Betriebsräten.


Ein vierseitiges Informationsblatt der IG BCE unter dem Titel "Behinderung der Betriebsratsarbeit bzw. Benachteiligung wegen Tätigkeiten nach dem BetrVG" gibt es hier zum Download:

 

 

Katja Karger und Günter Wallraff

Katja Karger und Günter Wallraff DGB HH

Unsere Pressemitteilung:

„Gemeinsam aktiv gegen die Behinderung von Betriebsratsarbeit“. Unter diesem Motto stand eine Veranstaltung von Hamburgs DGB-Gewerkschaften am 11.4.2016 im Polittbüro. Zu Gast war der Autor und Journalist Günter Wallraff. Er berichtet über seine Erfahrungen mit dem Projekt work-watch, mit dem er Menschen unterstützt, die Opfer von aggressivem Mobbing durch ihre Arbeitgeber geworden sind.

Zuletzt waren in Hamburg immer wieder Fälle aufgetaucht, bei denen systematisch gegen Betriebsräte und die Gründung von Betriebsräten vorgegangen worden ist. Beispiele:

- Deutsche Post Customer Service Center: Aufbau von Parallelstrukturen zum Betriebsrat, verbale Entgleisungen gegen Betriebsräte, Abfilmen von Streikenden und weiteres.

- Bureau Veritas Konsumgüter: Diverse Abmahnungen gegen die Gesamtbetriebsrätin. Aktuell läuft ein Amtsenthebungsverfahren gegen sie.

- Goodgame Studios: Verhinderung der Gründung eines Betriebsrates, Kündigung von Mitarbeiter/innen

- Huk Coburg: Mit fadenscheinigen Gründen wurde versucht, gegen einen Betriebsrat vorzugehen.

- OnStage: Durch Kündigungen wurde versucht, die Gründung eines Betriebsrates zu verhindern.

- Neupack: Kündigungsversuche gegen den Betriebsrat Murat Günes

Günter Wallraff: „Unternehmer lassen sich immer wieder von Unrechtsanwälten oder sogenannten Unternehmensberatungen helfen. Diese tun nichts anderes, als jenseits des Arbeitsrechts und jenseits der Rechtsstaatlichkeit unliebsame Menschen aus den Betrieben zu entfernen – etwa, weil sie einen Betriebsrat gründen wollen. Diese Anwälte arbeiten mit teils kriminellen Methoden, mit zersetzenden Maßnahmen bis hin zu Psychofolter, Abhörmethoden und infamem Bossing gegen unliebsame Mitarbeiter. Gegen solche Methoden muss man sich engagieren und solidarisieren.“

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger: „Unglaublich, welche Methoden Arbeitgeber anwenden. Das ist Psychoterror mit System: In einer Hamburger Firma wird genau protokolliert, welche Mitarbeiter sich wann wie lange im Betriebsratsbüro aufhalten, oder Streikende abgefilmt. Ganz abgesehen von Beschimpfungen und Bloßstellungen von aktiven Gewerkschafter/innen und Betriebsräten. Solchen Methoden setzen die Gewerkschaften ihre ganze Kampfkraft entgegen. Durch eine stärkere Vernetzung werden wir es den Arbeitgebern noch schwerer machen, mit ihren Angriffen durch zu kommen.“



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