Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 20.11.2006

DGB Hamburg zur Einrichtung des Landesbeirats zur Teilhabe behinderter Menschen: Mehr tun, um Behinderte in Beschäftigung zu bringen, Gewerkschaften beteiligen!

Nur 36 Prozent der Hamburger Schwerbehinderten zwischen 15 und 65 Jahren haben Arbeit
Der DGB Hamburg begrüßt die Einrichtung eines Landesbeirats zur Teilhabe behinderter Menschen, der heute zur ersten Sitzung zusammenkommen wird, hält es aber für ein Versäumnis, dass die Gewerkschaften nicht in dieses Gremium gebeten wurden.
„Es wäre hilfreich, wenn es diesem Gremium gelänge, die Probleme Schwerbehinderter auf dem Arbeitsmarkt ins öffentliche Bewusstsein zu bringen und die Unternehmen zum Umdenken zu bewegen. Dazu hätten gerade wir Gewerkschaften und unser Beratungsprojekt „handicap“ einen Beitrag leisten können, und in sofern ist es bedauerlich, dass wir nicht – wie beim Integrationsbeirat – beteiligt werden“, so Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg. „64 Prozent der 15-65jährigen Schwerbehinderten sind nicht beschäftigt – daran erkennt man den dringenden Handlungsbedarf!“
Nach Berechnungen des DGB Hamburg* sind von rund 61 400 schwerbehinderten Hamburgern im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 Jahren nur 22 100 beschäftigt, das sind knapp 36 Prozent!
Während im bundesweiten Durchschnitt die Schwerbehinderten-Quote insgesamt bei 4,1 Prozent liegt, beträgt sie in Hamburg nur 3,8 Prozent.
Noch deutlicher hinkt Hamburg im Bereich der privaten Arbeitgeber hinterher: Hier beträgt die Quote nur 3,2 Prozent, im Bundesdurchschnitt immerhin 3,6 Prozent. In Berlin sind sogar 3,8 Prozent der Belegschaft in Betrieben mit über 20 Beschäftigten schwerbehindert und in Nordrhein-Westfalen gar 4,2 Prozent.
Die registrierte Arbeitslosenquote der Hamburger Schwerbehinderten lag im Oktober 06 bei 4,7 Prozent und damit 2,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die Dunkelziffer ist deutlich höher.
„Es muss also viel unternommen werden, verstärkt Schwerbehinderte ins Arbeitsleben zu integrieren", sagt Erhard Pumm, „aber leider kaufen sich die meisten Betriebe von ihrer Verantwortung frei und zahlen lieber die vergleichsweise geringe Ausgleichsabgabe, als Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen zu schaffen, für die es ja sogar Lohnkostenzuschüsse gibt. Viele Chefs sehen in ihnen eine Belastung, anstatt zu erkennen, dass viele Behinderte ganz besondere Qualitäten mitbringen - Sensibilität, hohe Motivation, Menschenkenntnis etc. Hier muss endlich umgedacht werden."
Mit der Beratungs-Einrichtung „handicap" im Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof tragen die Gewerkschaften auch einen Teil zur Integration der Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben bei. Der Geschäftsführer des Beratungsträgers „Arbeit und Leben“, Horst Hopmann: „Durch unser Beratungs- und Schulungsangebot wollen wir den Integrationsgedanken im Bewusstsein aller Akteure verfestigen und die bestehenden Lücken zwischen den gesetzlichen Auflagen und der betrieblichen Wirklichkeit für Menschen mit Behinderungen schließen.“
Ziel der Beratungen des Projektes "handicap" ist der Abschluss von Integrationsvereinbarungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber, um die bestehenden Arbeitsplätze von Menschen mit Behinderung zu sichern und neue zu schaffen. So wird z.B. darüber informiert, welche Möglichkeiten der Lohnkostenzuschüsse etc. es bei der Einstellung von behinderten Menschen gibt oder wie behindertengerechte Arbeitsplätze aussehen könnten.
* auf der Grundlage von Daten der Bundesarbeitsagentur (2004) sowie dem Statistikamt Nord (2005)

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