Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 10.03.2011

Fachkräftemangel im Handwerk mit fairer Bezahlung begegnen - Azubis verdienen rund 200 Euro weniger als andere

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Angesichts des drohenden Fachkräftemangels im Handwerk fordert Hamburgs DGB-Vorsitzender Uwe Grund die Arbeitgeber der Branche auf, für bessere Arbeitsbedingungen sowie faire Löhne und Ausbildungsvergütungen zu sorgen: "Wer im Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte und engagierten Nachwuchs nicht den Kürzeren ziehen will, darf beim Thema faire Bezahlung nicht so weit hinter andere Branchen zurückfallen, wie es viele Arbeitgeber im Handwerk in Hamburg tun."
Im Vergleich mit der Industrie, dem Handel, dem Öffentlichem Dienst und anderen Branchen belegt das Handwerk bei den tariflichen Ausbildungsvergütungen mit Abstand den letzten Platz. Positiver Ausreißer im Spitzenbereich sind lediglich die umlagefinanzierten Ausbildungsberufe der Bauwirtschaft. In Westdeutschland bekommt ein Auszubildender im Handwerk pro Monat durchschnittlich 197 Euro weniger, als ein Auszubildender in der Industrie oder im Handel. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Auch die Übernahme ist für die Azubis im Handwerk keineswegs sicher. Rund 40 Prozent der männlichen und sogar rund 50 Prozent der weiblichen Auszubildenden werden laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nicht übernommen.
Selbst nach einer Übernahme haben Arbeitnehmer im Handwerk gegenüber anderen Ausbildungsberufen beim Lohn oft das Nachsehen. Die handwerklichen Berufe liegen bei der Bezahlung eher unter dem deutschen Durchschnitt, die klassischen industriellen Fachkräfteberufe darüber. Das hat der aktuelle Nationale Bildungsbericht festgestellt. Uwe Grund: "So gewinnt man nicht die besten Nachwuchskräfte."
Erst kürzlich hatte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bei einer Bundestagsanhörung erklärt, im Handwerk sei das Thema Fachkräftemangel "aktuell" und gut qualifizierte Schulabgänger hätten "immer weniger Interesse" an einer Tätigkeit im Handwerk.
"Wenn der ZDH dieses Interesse bei jungen Menschen wieder wecken will, sollte er sich gemeinsam mit den Handwerkskammern vor Ort dafür einsetzen, dass möglichst alle Innungen und Handwerksverbände wieder Tarifverträge mit den DGB Gewerkschaften abschließen, die faire Löhne und Ausbildungsvergütungen garantieren", fordert Thomas Bredow, Vizepräsident der Handwerkskammer. Denn heute würden sich viele Innungen dieser Verpflichtung entziehen und Handwerksbetrieben sogar Mitgliedschaften "ohne Tarifbindung" anbieten.
Der DGB Hamburg setzt sich mit der Initiative "Handwerk: gute Arbeit, fairer Lohn." für bessere Arbeitsbedingungen und faire Einkommen im Handwerk ein. Handwerkerinnen und Handwerker können auf der Website zur Initiative in einem kurzen Fragebogen ihren Arbeitsplatz bewerten und so prüfen, wie es um die Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb bestellt ist.
Zum Fragebogen und zur Auswertung der Umfrage: www.gute-arbeit-fairer-lohn.de

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