Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 07.05.2008

Hartz IVBedürftigkeit am Ende des Arbeitslebens steigt weiter


34.000 Menschen im Alter von 50 bis 64 Jahren waren Ende 2007 in Hamburg auf Hartz IV angewiesen. Trotz guter Konjunktur ist das Verarmungsrisiko dieser Altersgruppen weiter angestiegen. 11,4 % der Hamburger Bevölkerung im Alter von 50 – 64 Jahren sind von der staatlichen Fürsorgeleistung Hartz IV abhängig. Dies ist das Ergebnis einer DGB-Auswertung der amtlichen Statistik.
Wie der Vorsitzende des DGB-Hamburg, Erhard Pumm, berichtet, ist die Gesamtzahl der Hilfeempfänger im erwerbsfähigen Alter im Zuge der verbesserten Konjunktur innerhalb von 12 Monaten um rund zweitausend Personen bzw. 1,5 Prozent gesunken. Entgegen diesem allgemeinen Trend ist die Abhängigkeit der über 50-jährigen Arbeitnehmer/innen sogar weiter gestiegen und zwar von Dezember 2006 bis Dezember 2007 um mehr als tausend Personen bzw. 3,4 Prozent.
„Noch sind Ältere nicht ganz so häufig auf Hartz IV angewiesen, wie die jüngeren und mittleren Altersgruppen. Ohne Gegensteuern werde sich der Trend steigender Hartz IV-Bedürftigkeit Älterer pro Jahr Arbeitslosengeld aber fortsetzen“, so Erhard Pumm
Die Zunahme instabiler und schlecht bezahlter Arbeit werde das Problem in Zukunft noch verschärfen. Jeder vierte bis fünfte ältere Hartz IV-Empfänger sei bundesweit zwischenzeitlich erwerbsfähig, ohne davon leben zu können. Nur etwa die Hälfte der heute über 50-Jährigen im Hartz IV-Bezug habe Rentenansprüche erwerben können, die über der Sozialhilfeschwelle (West 604 €, Ost 559 €) liegen. Für diese Menschen drohe nach der Hartz IV-Sozialhilfe gleich die Sozialhilfe im Alter.
Der DGB fordert ein Maßnahmebündel zur Vermeidung von Armut im Alter, das bereits an der Wurzel ansetzt. Neben der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gehörten hierzu Mindestlöhne an erster Stelle. Außerdem müssten ältere Arbeitnehmer stärker in Fördermaßnahmen von Arbeitsagentur und Hartz IV-Träger einbezogen werden. Während über ein Viertel aller Arbeitslosen über 50 Jahre alt ist, entfällt noch nicht einmal jede siebte Fördermaßnahme auf diese Gruppe. DGB-Vorsitzender Pumm: „Wenn am Ende eines langen Erwerbslebens Hartz IV und allenfalls ein 1-Euro-Job stehen, verletzt das Arbeitnehmer/innen in ihrer Würde. Sofern für Ältere trotz aller Bemühungen keine Beschäftigung im allgemeinen Arbeitsmarkt erreicht werden kann, muss der sogenannte Soziale Arbeitsmarkt einspringen. Mit den neuen Instrumenten Job-Perspektive und Kommunal-Kombi stehen Alternativen zur Verfügung. Diese müssen wir auch in unserer Region stärker nutzen.“


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