Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 05.11.2010

Uwe Grund: "Wir machen weiter Ärger!"

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Kreativen Protest und deutliche Worte gab es auf der Großveranstaltung des DGB am 4.11. in der Alsterdorfer Sporthalle. Es war die Hamburger Auftaktveranstaltung zu einem "heißen Herbst", den die Gewerkschaften unter dem Motto "Gerecht geht anders" angekündigt haben. Hauptredner an diesem Abend war der Ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske.

So bunt und kreativ kann Protest gegen die Sparmaßnahmen des Hamburger Senats aussehen: Vertreter der Hamburger Museen spielten verkleidet "Reise nach Jerusalem". Am Ende fand keiner mehr einen freien Stuhl. Alle waren eingespart.
Postler beluden ihre Fahrräder, Hafenarbeiter schleppten Sandsäcke, Müllwerker hoben Tonnen und Pfleger pamperten unter Applaus und vielen Lachern im Publikum Ver.di-Hamburg Chef Wolfgang Rose. Sie alle wollten auf die körperlichen Belastungen bei ihrer Arbeit aufmerksam machen und verdeutlichen, was es heißt, bis 67 arbeiten zu müssen. Es wurde gesungen und gedichtet, Martin Luther erlebte seine Wiederauferstehung und setzte sich für Hamburgs Bücherhallen ein und dann zog auch noch eine Rollatoren-Parade durch den Saal.
Viel Beifall gab es auch für den Beitrag vom Schauspielhaus. "Unsere Zuschauer sollen jeden Abend die Wahl haben, nicht bloß alle vier Jahre", wurde da gesagt, und dazu aufgerufen, das Theater zahlreich zu besuchen: "ein voller Zuschauerraum ist die beste Demonstration."
Der Schauspieler Rolf Becker zitierte in einer Video-Botschaft ein Demo-Plakat: "Wollt ihr den Sozialstaat retten, reichen keine Menschenketten. Wollt ihr wirklich was bewegen, müsst ihr die Betriebe lahm legen."
Der DGB-Vorsitzende Uwe Grund versprach: "Wir machen weiter Ärger! Denn es geht um große Themen: Wollen wir die Menschen wirklich mit 67 noch arbeiten lassen? Soll es wirklich eine Kopfpauschale in der Krankenversicherung geben? Wollen wir dafür sorgen, dass auf Hungerlöhne Schwindsuchtsrenten folgen? Das wollen wir nicht zulassen!"
Noch immer würden in Hamburg viele Reiche ihre Steuern nicht zahlen, so Uwe Grund. „Wir brauchen mehr Steuerprüfer und keine berittene Polizei", rief er dem Publikum zu, um danach zu fragen: "Sind im Senat nur Dilettanten am Werk?"
Uwe Grund weiter: "Bei den Leuchtturmprojekten spielt Geld keine Rolle. Aber Theater und Museen werden kaputt gespart."
Hauptredner Frank Bsirske kommentierte die aktuelle Bundespolitik der schwarz-gelben Koalition. "Zu Deppen der Nation werden diejenigen gemacht, die Tag für Tag arbeiten gehen, ohne davon leben zu können".
"Jetzt werden die Weichen gestellt, wer die Folgen für die Finanz- und Wirtschaftskrise tragen soll. Aber es kann doch nicht darum gehen, den Spekulanten ihr Spielcasino zu renovieren, die Verluste zu sozialisieren und den Spekulanten dann das frisch renovierte Casino wieder zu überlassen. Nicht nur die Menschen in Frankreich können sich wehren, wir auch!", so der Ver.di-Vorsitzende.
Ungerecht sei es, dass es in Deutschland keine Mehrwertsteuer auf Aktiengeschäfte gäbe. Auch bei der Erbschaftssteuer sei die Bundesregierung viel zu milde. In Frankreich zahlt man viermal so viel wie hier, in Großbritannien sogar fünf Mal."
Den Abend beschloss Heinz-Rudolf Kunze mit einem schönen Konzert.
Bilder von der Veranstaltung gibt es hier.

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