Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 08.09.2005

Umdenken! Ältere beschäftigen!

Nur 12,7 Prozent aller Erwerbstätigen in Hamburg sind zwischen 55 und 65 Jahre alt
Projekt „mitnmang“ zur Beschäftigung Älterer aus Hamburg darf keine Eintagsfliege bleiben!
Neue DGB-Broschüre mit Vorschlägen zur Beschäftigung bis zum Rentenalter erschienen
Die Bereitschaft der Unternehmen, ältere Arbeitnehmer angemessen am Arbeitsleben zu beteiligen und ihnen eine adäquate wirtschaftliche Basis zu ermöglichen, hat deutlich nachgelassen.
In Hamburg sind nur 12,7 Prozent aller Erwerbstätigen zwischen 55 und 65 Jahre alt*, damit sind rund 45 Prozent aller 55-65jährigen Hamburger berufstätig. Mehr als 24 500 Arbeitslose in der Hansestadt sind 50 Jahre und älter: Das sind fast ein Viertel (24,1 Prozent) aller Erwerbslosen in dieser Stadt**. Ihre Zahl hat sich - verglichen mit August 04 - um 23,1 Prozent erhöht.
Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg: „Die Arbeitsmarktpolitik des Senats lässt auch in Bezug auf Ältere zu wünschen übrig. Bezeichnend ist etwa, dass Hamburg mit der bundesweit größten ARGE bei dem bundesweiten Ideenwettbewerb „Beschäftigungspakete für ältere Arbeitnehmer/innen in den Regionen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit unter den 62 ausgezeichneten Projekten nur ein einziges Mal auftaucht.“ Und zwar mit dem Projekt „mitnmang – Hamburger Initiative für Arbeit – 50plus“, an dem sechs Hamburger Beschäftigungsträger (u.a. KOALA e.V., Grone, Rackow, HAB) beteiligt sind. Es wird nun zwei Jahre lang mit max. 5 Mio. Euro gefördert. „Interessanter Weise hat die Hamburger ARGE sich erst Gedanken über ein Projekt zur Integration älterer Langzeitarbeitsloser gemacht, als auf Bundesebene dieser Preis ausgeschrieben wurde“, sagt Hamburgs DGB-Vorsitzender. „Ohne Frage ist es gut, dass überhaupt etwas für diese Zielgruppe geschieht. Man kann jetzt nur hoffen, dass das Projekt nicht nach den zwei Jahren mit dem Ende der Bundes-Förderung eingestellt wird.“
Von dem Ziel, das der Europäische Rat im März 2001 in Stockholm formuliert hatte, ist man in Deutschland noch weit entfernt. Danach sollten bis 2010 mindestens die Hälfte der EU-Bevölkerung im Alter zwischen 55 und 65 Jahren in Beschäftigung sein. In Hamburg sind es nur 45 Prozent, in Schweden liegt die Erwerbsquote dieser Gruppe bei 69 Prozent***.
Erhard Pumm: „Dabei wurde den Wünschen der Arbeitgeber entsprochen, bei Einstellung Älterer ab 50 Jahren den Kündigungsschutz quasi abzuschaffen und großzügige Fördermöglichkeiten zu eröffnen. Hier sind jetzt die Unternehmen in der Verantwortung, älteren Menschen Chancen zu eröffnen. Gerade Ältere bringen die Erfahrung eines langen Berufslebens mit, die jeder Betrieb für ein gutes Klima und reibungslose Arbeitsabläufe benötigt.“
Vor dem Hintergrund der Heraufsetzung des Renteneintrittsalters seien drei Punkte entscheidend, um Ältere in den Firmen zu halten: verbesserte Gesundheitsförderung, altersgerechte Arbeitsplätze und Arbeitszeiten sowie lebenslange Weiterbildung. Und dafür sollte sich auch der Senat stark machen.
Hamburgs DGB-Vorsitzender befürwortet zudem ein tarifvertraglich verankertes Recht auf Qualifizierungsmaßnahmen. „Mit der rasanten technischen Entwicklung wandeln sich auch die Anforderungen an die Arbeitnehmer/innen immer schneller.“
Doch gerade an der Weiterbildung mangele es sehr häufig: Nach einer Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung bieten nur zwei Drittel aller Betriebe in Deutschland ihren Beschäftigen Weiterbildung und Qualifizierung an. Frauen, gering Qualifizierte und ältere Beschäftigte werden dabei immer seltener angesprochen.
Der DGB hat im Rahmen des Projekts „Demografischer Wandel und alternsgerechte Arbeitsgestaltung“ in diesen Tagen einen neuen Ratgeber für Arbeitnehmer/innen, Betriebs- und Personalräte sowie Personalverantwortliche herausgegeben: „Umdenken erforderlich! Vorbeugung sichert Beschäftigung bis zum Rentenalter“
Autoren: Burkhard Rexin, Hans Nakielski, Rolf Winkel, 90 Seiten, Preis für Einzelexemplare: 2 Euro, ab fünf Exemplaren: 1,50 Euro, ab 20 jeweils 1,30 Euro zzgl. Versandkosten.
Bestelladresse: bestellservice@toennes-bestellservice.de
* Quelle: Mikrozensus 2004, Statistisches Landesamt, ** Quelle: Hamburger Agentur für Arbeit, August 05, *** Quelle: OECD 2003

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