Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 20.12.2005

DGB Hamburg zum Welcome Center für Neubürger

Bereits hier lebende Migrant/innen besser fördern!
Grundsätzlich begrüßt der DGB Hamburg die Steuerung von Zuwanderung, warnt jedoch vor Einseitigkeit und Vernachlässigung bereits hier lebender Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund.
„Das Senatsprojekt wendet sich vorrangig an hochqualifizierte Spitzenkräfte – die Welt besteht jedoch nicht nur aus Einsteins und Menschen, die das Glück hatten, an Bildung teilhaben zu können“, sagt Hüseyin Yilmaz, Berater in der Abteilung Migration, Projekt arbeitsmarktpolitische Integration junger Migrant/innen des DGB Hamburg.
„Für Neubürger wird es angenehm sein, über das Welcome Center etwa Unterstützung in Behördengängen und bei der Wohnungssuche zu erfahren - dieses Angebot sollte jedoch für alle Menschen mit Migrationshintergrund gelten.“ Es passe auch nicht zusammen, so Hüseyin Yilmaz, wenn es einerseits Bestrebungen gebe, die Familienzusammenführungen zu erschweren, über dieses Projekt für „Elite-Ausländer“ aber selbstverständlich auch Partner und Kinder eingeschlossen sein sollen.
Der Senat müsse mehr unternehmen, um die vielen, seit Jahren hier lebenden arbeitslosen und lehrstellen-suchenden Menschen mit Migrationshintergrund in Arbeit und Ausbildung zu integrieren.
Die zurückgehenden Zahlen von Migrantenkindern in KITAS und Vorschulen durch Gebührenerhöhung und -einführung ließen deutlich auf Mängel in der Familien- und Migrationspolitik des Senats schließen. „Doch genau hier werden früh Chancen oder Hürden für die gelungene Integration und Bildung gelegt“, so Yilmaz.
22,6 Prozent der Hamburger Arbeitslosen sind Ausländer, die Erwerbslosen, die zwar Deutsche sind, aber einen Migrationshintergrund haben, sind dabei noch nicht einmal erfasst. „Sie brauchen mehr passgenaue Angebote zur Qualifizierung und Weiterbildung, damit sie den Anschluss an den Ersten Arbeitsmarkt finden“, fordert Yilmaz. Zudem müsse für mehr Offenheit in den Unternehmen geworben werben, auch jungen Leuten mit Migrationshintergrund eine Chance auf Ausbildung zu geben, selbst wenn sie nicht immer die besten Schulabschlüsse vorweisen können. „Ihre Qualitäten liegen vor allem in der Mehrsprachigkeit und der interkulturellen Kompetenz, die sich in vielen Firmen als äußerst nützlich erweisen kann. Durch entsprechende Maßnahmen könnten also auch aus bereits hier lebenden Ausländern Spitzenkräfte rekrutiert werden.“

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