Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 33 - 31.07.2014

Erwerbslosigkeit: DGB Hamburg fordert bessere finanzielle Unterstützung bei Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen

„Da die Qualifikation der Erwerbslosen und die betrieblichen Anforderungen häufig nicht zusammenpassen, sind Weiterbildungen ein entscheidendes Instrument der Arbeitsmarktpolitik“, sagt Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg, angesichts gestiegener Arbeitslosenzahlen in Hamburg. Für den Juli meldete die Hamburger Agentur für Arbeit einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2013.

Nötig seien sinnvolle Qualifizierungsangebote, die nicht nur die Mitwirkungsbereitschaft der Erwerbslosen prüfen. Vor allen Dingen seien bessere finanzielle Rahmenbedingungen für die fortbildungswilligen Erwerbslosen angezeigt. Karger verweist auf eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dort nennen Erwerbslose am häufigsten finanzielle Aspekte, wenn sie nach Gründen gefragt werden, die gegen eine Teilnahme an einer längeren Weiterbildung sprechen.
Die Arbeitsmarktexperten hatten untersucht, welche Schwierigkeiten mögliche Teilnehmer und Teilnehmerinnen an einer von der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter geförderten Weiterbildung mit einer Dauer von mindestens einem Jahr sehen. 44 Prozent geben beispielsweise an, sie könnten es sich nicht leisten, über den Zeitraum von einem Jahr (oder länger) auf alternative Erwerbseinkommen zu verzichten. Auch ein als relativ sicher angesehener Job mit einem Einkommen etwas oberhalb des Transferbezugs werde häufig als attraktiver angesehen als die unsichere Aussicht auf ein späteres höheres Einkommen infolge der Weiterbildung. 29 Prozent antworteten darüber hinaus, dass sie das Lernen nicht mehr gewohnt seien. 21 Prozent sehen die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen als Hinderungsgrund.

So sollten insbesondere im Hartz-IV-System Maßnahmen gefördert werden, die zu einem Berufsabschluss führen. Arbeitsuchende ohne Berufsabschluss tragen ein hohes Risiko länger erwerbslos zu bleiben. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit in Hamburg ist mit rund 50 Prozent sehr hoch. Die Hamburger DGB-Vorsitzende fordert finanzielle Anreize für Erwerbslose. Bei einer Teilnahme an einer soliden Qualifizierungsmaßnahme könnten neben dem Arbeitslosengeld eine pauschale Aufwandsentschädigung oder eine Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung von mindestens zehn Prozent und mindestens 100 Euro gezahlt werden. Auch eine Abschlussprämie nach dem Erwerb des Berufsabschlusses könne ein guter Anreiz sein, sagt Karger.

Der DGB Hamburg setzt sich dafür ein, dass die Ausgaben für aktive Arbeitsmarktpolitik nicht weiter sinken, sondern wieder steigen. „Wir brauchen keine Maßnahmen, bei denen Erwerbslose kurze Zeit aus der Statistik verschwinden und in Arbeitsgelegenheiten gesteckt werden, die weder gute Arbeitsbedingungen noch eine nachhaltige Perspektive bieten“, sagt Karger.

Die Studie des IAB ist im Internet abrufbar unter http://doku.iab.de/kurzber/2014/kb1414.pdf.


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