Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 24.09.2006

DGB Hamburg zum Tag der Integration 24. September 06:


Chancengleichheit und Integration beginnen im Kindesalter
– endlich passende Rahmenbedingungen schaffen!
Aus Anlass des heute bundesweit begangenen Tages der Integration fordert der DGB Hamburg den Senat auf, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Menschen mit Migrationshintergrund eine echte Chance auf Teilhabe an Bildung und Arbeit erhalten.
Hüseyin Yilmaz, Migrationsexperte des DGB Hamburg und Mitglied des Integrationsbeirates: „Integration in Bildung, Ausbildung und Arbeit sind die tragenden Säulen für die Eingliederung von Migrant/innen – gerade in unserer Stadt, in der die Hälfte der Kinder einen Migrationshintergrund hat“.
Deshalb seien gezielte Sprachförderung bereits ab KITA-Alter, kostenloses letztes KITA-Jahr, größere Bereitschaft, Jugendliche mit Migrationshintergrund auszubilden, weniger Hürden beim Studium sowie der Einbürgerung und die Anerkennung interkultureller Kompetenzen wichtige Schritte für eine gelungene Integration.
„Die Situation derzeit ist alles andere als rosig“, so Hüseyin Yilmaz, der u.a. in Hamburger Firmen dafür wirbt, mehr Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Migrationshintergrund anzubieten:
- Die Einführung von Vorschulgebühren hat zur Folge, dass in Vorschulen 20 Prozent weniger Kinder mit Migrationshintergrund anzutreffen sind
- Etwa 20 Prozent der Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Hamburg verlassen die Schule ohne Abschluss.
- Die Studie Deutsches Pisa-Konsortium belegt, dass Jugendliche, die aus einem Elternhaus stammen, in dem beide Eltern in Deutschland geboren wurden, im Vergleich zu ihren Altersgenossen aus reinen Zuwandererfamilien eine 4,4-fach höhere Chance haben, ein Gymnasium zu besuchen.
- Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ging in Hamburg der Anteil ausländischer Azubis an allen Auszubildenden von 1995 mit 10,9 Prozent (3 291 Jugendliche) auf 6 Prozent (1917 Jugendliche) im Jahr 2005 zurück (minus 4,9 Prozent).
- Auch im Öffentlichen Dienst ist der Rückgang des Anteils ausländischer Azubis erschreckend: Er fiel von 6 Prozent im Jahr 1995 auf magere 1,7 Prozent im vergangenen Jahr.
„Der im April 06 auch unter Beteiligung des DGB beschlossene Aktionsplan ist ein wichtiger Vorstoß, dem aber konkrete und auf Dauer angelegte Taten folgen müssen“, so Yilmaz.
Der Aktionsplan sieht u.a. vor, 1000 Ausbildungsplätze für jugendliche Migranten zu schaffen, wobei zum ersten Mal festgeschrieben wurde, dass auch der Öffentliche Dienst den Anteil junger Migrant/innen in der Ausbildung erhöhen will.
„Auch die rückläufigen Einbürgerungszahlen in Hamburg sind ein Zeichen dafür, dass der Senat endlich ein Klima schaffen muss, in dem sich die Menschen willkommen fühlen, fordert der Migrationsexperte des DGB Hamburg.

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