Deutscher Gewerkschaftsbund

08.07.2014

Newsletter Juli 2014

Liebe Kolleginnen, Kollegen und Interessierte,

Sommer, Sonne, Ferienzeit: Leider bekommen nur 45 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld, so das Ergebnis einer Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. 50 Prozent der Männer, aber nur 38 Prozent der Frauen erhalten die Sonderzahlung. Eindeutig profitieren die Beschäftigten von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers. Diese erhalten zu 59 Prozent Urlaubsgeld, Beschäftigte ohne Tarifbindung dagegen nur zu 33 Prozent.
Das Urlaubsgeld fällt nicht vom Himmel: Es ist den Beschäftigten in den Betrieben zu verdanken, die sich für gute Arbeitsbedingungen und Tarifverträge einsetzen – am besten als Mitglied einer DGB-Gewerkschaft!
Studie: www.boeckler.de/xpage.xml?pageid=47266

Erholsamen Urlaub und schöne Schulferien!

 

***Was wird***

„Rentenpolitik auf dem Prüfstand“ – Veranstaltung mit Dirk Neumann (DGB)

Gerade hat das Statistikamt Nord die aktuellen Zahlen veröffentlicht: Ende 2013 haben in Hamburg 22.310 Frauen und Männer im Alter von mehr als 64 Jahren Grundsicherungsleistungen erhalten. Das sind fast sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit hat sich der in den Vorjahren erkennbare Zuwachs fortgesetzt. Im Vergleich zu 2008 ergibt sich sogar eine Steigerung um knapp 28 Prozent. Und das ist nur die Spitze des Problem-Eisbergs Rente: Die DGB-Senioren Hamburg und der Landes-Seniorenbeirat Hamburg schauen genau hin und laden gemeinsam zur Diskussionsveranstaltung ein: „Rentenpolitik auf dem Prüfstand - Müssen wir uns mit zunehmender Altersarmut abfinden?“ Nach der Begrüßung durch Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg, spricht Dirk Neumann, Referatsleiter Alterssicherung und Rehabilitation sowie Koordination Seniorenpolitik beim DGB. Mittwoch, 9. Juli 2014 um 16 Uhr im Berufsförderungswerk-Farmsen in der August-Krogmann Str. 52. Wir bitten um Anmeldung: Telefon 040 28 58 680 (AB), Fax: 28 58 251, E-Mail: senioren-hamburg@dgb.de
Mehr zum Thema Altersarmut in Hamburg: http://hamburg.dgb.de/-/7jr

 

Hissen der Regebogenflagge am Gewerkschaftshaus

Das Rathaus hat sie, die Polizei neuerdings auch und der DGB sowieso: Anlässlich der Hamburger Pride Week hissen wir wieder die Regenbogenfahne am DGB Gewerkschaftshaus, Besenbinderhof 60. Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg wird ein Grußwort sprechen. Im Anschluss stoßen wir auf einen erfolgreichen und schönen CSD 2014 an. Treff vor dem DGB-Haus ist Freitag, 25. Juli um 15 Uhr. Kontakt: Landesarbeitskreis LesbenSchwuleBisexuelleTransgender*Intersexuelle ver.di Hamburg, c/o Angelika Detsch, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg, www.regenbogen.hamburg.verdi.de

 

Fachtagung „Gute Arbeit – gesunde Arbeitsbedingungen“

Neben der Durchsetzung fairer Entgelte ist die Gestaltung der Arbeitsbedingungen ein immer wichtiger werdender Faktor für die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben. Damit sie gesund bis zur Rente kommen, wird die Prävention zur Herausforderung der nächsten Jahre. Menschengerechte Arbeitsgestaltung wird deshalb zentrales Thema der Gewerkschaften im DGB. Gemeinsam mit erfahrenen Akteuren laden wir zur Konferenz im Herbst ein. Die Veranstaltung für Betriebs- und Personalräte, Mitarbeitervertretungen, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte und Schwerbehindertenvertretungen findet am 30. September 2014 im Hotel Böttcherhof, Wöhlerstraße 2 statt. Info und Anmeldung: http://hamburg.dgb.de/-/I3r

 

Neues Programm des Be60- Literaturclubs

Seit April 2011 lädt die Literaturkritikerin Brigitte Neumann an jedem ersten Dienstag des Monats zum Gespräch über das "Buch des Monats", ausgewählt und vorgestellt von den Teilnehmenden. Treff ist seit einigen Monaten der neue Klub im Besenbinderhof 62. Vorbereitung darf sein, muss aber nicht - gefragt sind wache Ohren und Freude am gemeinsamen Gespräch. Nun steht das Programm für das 2. Halbjahr 2014. Mit dabei sind u.a. Ivan Turgenjew, Virginia Woolf, Joseph Roth, Franz Kafka und Ivo Andric: http://www.kultur-im-gewerkschaftshaus.de/?Der_Literaturclub%26nbsp%3BProgramm%26nbsp%3B1._und_2._Halbjahr_2014

 

***Was ist***

Erwerbslosigkeit: Hamburg braucht keine arbeitsmarktpolitischen Eintagsfliegen

In anderen Teilen Deutschlands sinkt die Zahl der Erwerbslosen – in Hamburg steigt sie. Im Juni zählte die Hamburger Agentur für Arbeit 73.000 Menschen ohne Job. Dies bedeutet einen Anstieg von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2013. Fast ein Drittel von ihnen, rund 24.000 Menschen, ist länger als ein Jahr erwerbslos. „Die steigende Zahl der Langzeiterwerbslosen und die zunehmende Spaltung der Stadt in Armutsquartiere und Reichtums-Oasen rufen dringend nach effektiven Maßnahmen“, sagt Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg. „Wir brauchen keine arbeitsmarktpolitischen Eintagsfliegen, bei denen Erwerbslose kurze Zeit in Maßnahmen gesteckt werden, die weder gute Arbeitsbedingungen noch eine nachhaltige Perspektive bieten“, sagt Karger mit Blick auf die geplanten 500 neuen Maßnahmenplätze für Langzeitleistungsbezieher, die dort – ohne Zusatzverdienst – für neun Monate beschäftigt sind. Mehr dazu: http://hamburg.dgb.de/-/7GY

 

Hamburgs neues Gleichstellungsgesetz: Gut, aber an manchen Stellen zu unverbindlich

Mit einem neuen Gleichstellungsgesetz für den öffentlichen Dienst will Hamburg mehr Frauen in Führungspositionen bringen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern. In Zukunft sind Gleichstellungsbeauftragte für alle Behörden verpflichtend. Betroffen sind rund 80.000 Beschäftigte der Hansestadt und rund 57.000 Beschäftigte der öffentlichen Unternehmen. Laut Senat beträgt der Frauenanteil in Führungspositionen 39 Prozent, bei Spitzenjobs mit einer Vergütung von mindestens 5.700 Euro im Monat allerdings erst 17 Prozent. Um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können, sollen Leitungsaufgaben künftig auch in Teilzeit ausgeübt werden können. Der DGB Hamburg begrüßt die seit Jahren überfällige Novellierung des Gesetzes, an der er mit Stellungnahmen und einem Beteiligungsgespräch im Personalamt mitgewirkt hat. An einigen Stellen ist der Entwurf allerdings zu unverbindlich: So werden beispielsweise familiengerechte Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen nur als freiwillige Vorschrift vereinbart. Außerdem besteht weiterhin kein Rechtsanspruch auf eine Rückkehr von der Teilzeit auf eine Vollzeitstelle. Die Bürgerschaft muss dem Gesetzentwurf noch zustimmen.

 

Arbeitszeit ist Lebenszeit

Die Debatte um Zeitsouveränität ist eine der zentralen Herausforderungen für die Gewerkschaften. In der globalisierten und digitalisierten Arbeitswelt haben sich die Anforderungen an die Verfügbarkeit der Beschäftigten grundlegend gewandelt. Höchste Zeit für eine lebensnahe Arbeitszeitpolitik, meint der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann. Arbeitszeitmodelle müssten sich den Lebensphasen anpassen und Raum lassen für Engagement und gutes Leben. Mehr dazu im Einblick: http://einblick.dgb.de/-/Ixb

 

Steuerbelastung gerechter gestalten

Der DGB fordert eine grundsätzliche Überarbeitung der steuerlichen Gesetzgebung: u.a. eine gerechtere Besteuerung im unteren und mittleren Einkommensbereich und höhere Steuern auf Kapitalerträge. http://einblick.dgb.de/-/IxC

 

***Was war***

Endlich! Der Mindestlohn hilft besonders im Norden

Der Bundestag hat am 3. Juli das Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie und den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro ab 2015 beschlossen. Das ist gut so. Allerdings müssen die befristeten Ausnahmeregelungen und Schlupflöcher im Mindestlohngesetz so schnell wie möglich verschwinden. Würde kennt keine Ausnahmen, und von seinem Lohn muss man auch leben können – auch und gerade Zeitungszusteller, Jugendliche und Menschen, die längere Zeit erwerbslos waren. Dafür hatte sich in Hamburg ein breites Bündnis von Kirchen und Organisationen vor der Bundestagsentscheidung eingesetzt und den bundesweiten Aufruf „Keine Ausnahmen beim Mindestlohn!“ (www.dgb.de/-/InI) unterzeichnet. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern werden nach DGB-Schätzung mehr als eine halbe Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro in Ost und West über die neue Lohnuntergrenze gehoben.

 

Neues Hochschulgesetz - Demokratie sieht anders aus

„Der konsequente Bruch mit dem Gesetz des CDU-FDP-Schill-Senates von 2003 bleibt leider aus“, kommentiert Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg, das neue Hochschulgesetz. Die Bürgerschaft hatte es Anfang Juli beschlossen. Insbesondere hinsichtlich der Mitwirkungsmöglichkeiten der demokratisch legitimierten Selbstverwaltungsorgane wie Hochschulsenate und Fakultätsräte bestehe weiterhin Verbesserungsbedarf. Die Gewerkschaften hatten ihre Forderungen im parlamentarischen Verfahren und im Beteiligungsverfahren der Behörde eingebracht. An einigen Stellen folgten Senat und SPD-Fraktion aber den Forderungen der Gewerkschaften: So konnten sie Verbesserungen beim Hochschulzugang für Studienbewerber ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung erwirken. Es soll feste Quoten für Studierende geben, die eine passende berufliche Vorqualifikation haben. Mehr dazu: http://hamburg.dgb.de/-/IbS

 

Endlich mehr Partizipation für Beschäftige im Hamburger öffentlichen Dienst

Am 2. Juli hat die Bürgerschaft der Novellierung des Hamburger Personalvertretungsgesetzes zugestimmt. Nun bekommen die über 90.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Stadt Hamburg ab 1. September dieses Jahres eine größere Mitverantwortung. „Dies ist eine große Chance für unsere Stadt. Mehr Beteiligungsrechte der Personalräte tragen dazu bei, dass Verwaltung effektiver wird. Denn Konflikte können besser gelöst werden und bleiben nicht lange unter dem Teppich", sagt Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg. „2005 wurde in Hamburg von der damaligen CDU-Mehrheit den Beschäftigten der Stadt die Mitbestimmung weitgehend entrissen. Jetzt wird sie endlich wiederhergestellt und demokratisch weiterentwickelt“, so Karger. Mehr dazu: http://hamburg.dgb.de/-/7XV

 

 ***Was zum Schluss***

 Viel schneller als geplant strahlt nun die Website des DGB Hamburg (http://hamburg.dgb.de) in einem frischen Design. Die Fotos sind größer, der Kalender und die Artikel übersichtlicher geworden.

 

Der nächste Newsletter erscheint Mitte August.

Weitere Informationen und Termine des DGB Hamburg: www.hamburg.dgb.de

 

Bis dahin verbleibt mit besten Grüßen

Das Team vom DGB Hamburg

 

Impressum

DGB-Hamburg

Besenbinderhof 60

20097 Hamburg

V.i.S.d.P.: Katja Karger

eMail: hamburg@dgb.de

 

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