Deutscher Gewerkschaftsbund

30.08.2012

Newsletter September 2012

DGB Hamburg

DGB Hamburg

Liebe Kolleginnen, Kollegen und Interessierte,

immer mehr RenterInnen müssen in Deutschland arbeiten. Es dürfte für viele von ihnen wie blanker Hohn klingen, wenn Holger Schäfer, Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft, erklärt: „Viele wollen arbeiten, weil sie sich noch fit fühlen.“ Die Bild-Zeitung druckt unterstützend auf großen Fotos vier glücklich in die Kamera lächelnde Senioren ab und schreibt: „Viele von ihnen arbeiten nicht aus Not – sondern aus Freude.“ Es mag sein, dass der eine oder andere auch in Rentenzeiten gerne noch etwas zu tun hat. Doch wer sich die Entwicklung des Rentenniveaus anschaut, sieht die Realität: Schon letztes Jahr haben in Hamburg 19.730 Frauen und Männer im Alter von mehr als 64 Jahren Grundsicherungsleistungen zur Sicherstellung der laufenden Lebensführung im Alter erhalten. Das waren sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zu 2006 ergibt sich eine Steigerung um 29 Prozent. Und diese Tendenz wird sich fortsetzen, wenn nicht endlich etwas gegen Befristungen und den riesigen Niedriglohnsektor getan wird.


***Was war***

Dazu passt leider, dass das Bundeskabinett am 29. August beschlossen hat, den Rentenbeitrag ab 1. Januar 2013 von 19,6 auf 19,0 Prozent zu senken. Wir halten das für völlig falsch. Nimmt man die heutigen Durchschnittsrenten in Hamburg zum Maßstab, würden diese mit den Änderungen im Jahre 2030 nur noch 640 Euro betragen. Wir hoffen noch auf eine breite Opposition im Bundesrat, die die Pläne der Bundesregierung stoppen könnte. http://hamburg.dgb.de/-/PH9
 
Grotesk muten die Rentenpläne an, wenn man auch noch bedenkt, dass in Deutschland jeder zweite Arbeitnehmer vorzeitig in den Ruhestand geht - und das sicher nicht freiwillig: Den zunehmenden psychischen und physischen Druck halten eben nicht alle aus. Deswegen ist es umso wichtiger, dass mehr Arbeitgeber sich Gedanken um das Thema Alters- und Alternsgerechte Arbeit machen. Auf unserer Fachtagung im August wurden drei Beispiele aus Betrieben in Hamburg vorgestellt, wo ein Umdenken bereits begonnen hat: http://hamburg.dgb.de/-/f8m


***Was ist***

Wir sind Mitglied im Bündnis UmFAIRteilen, das sich dafür stark macht, Reichtum zu besteuern. Es wird höchste Zeit für mehr Steuergerechtigkeit, damit die öffentliche Hand mehr Geld in Soziales, Bildung und Kultur für alle investieren kann. Stattdessen werden Stellen im öffentlichen Dienst abgebaut und es droht das Diktat der Schuldenbremse. Das wollen wir nicht hinnehmen. Deswegen bilden wir am 29. September ab 12 Uhr eine Menschenkette um das Hamburger Bankenviertel. Unser Motto lautet: „Wir bringen das Geld von den Banken und Börsen zu den Bürgerinnen.“ Alle Infos: http://hamburg.dgb.de/-/flX

Jeden Monat bieten wir in unseren Terminen Fernsehtipps zu gewerkschaftsnahen Themen. In den ersten Septemberwochen gibt es zum Beispiel Hinweise auf eine Reportage mit dem Titel „Die Welt auf Pump“, oder den Dokumentarfilm „Empört Euch.“ Ein Blick in unseren Veranstaltungskalender lohnt also auch, wenn man lieber zuhause auf dem Sofa bleiben möchte, anstatt sich draußen zu engagieren: http://hamburg.dgb.de/termine/index.html?month=09


***Was wird***

Jeden Tag sind die schrecklichen Bilder aus Syrien in den Medien. Und das ist beileibe nicht der einzige blutige Konflikt, der derzeit auf der Welt tobt. Gleichzeitig setzt sich Bundeskanzlerin Merkel für eine weniger zurückhaltende Politik bei den Waffenexporten ein. All dass sind Beispiele, warum der Antikriegstag am 1. September für uns nach wie vor auch eine wichtige aktuelle Bedeutung hat. Traditionell wird der DGB-Vorstand um 11.00 Uhr einen Kranz am Mahnmal zum Gedenken der Opfer des Faschismus auf dem Ohlsdorfer Friedhof niederlegen. TeilnehmerInnen sind herzlich willkommen. Der DGB-Aufruf: http://www.dgb.de/-/f7t


***Was zum Schluss***

Wir haben eine neue Kollegin. Kerstin Zarp ist seit  dem 1. Juni als Verwaltungsangestellte für Gisela Henschel in unserem Team. Vorher war sie acht Jahre beim DGB, Region Unterelbe in Elmshorn tätig. Herzlich Willkommen!


Der nächste Newsletter wird dann ca. Ende September erscheinen.

Bis dahin verbleibt mit besten Grüßen

Das Team vom DGB Hamburg


Impressum
DGB-Hamburg
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

V.i.S.d.P.: Uwe Grund

eMail: hamburg@dgb.de


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