Deutscher Gewerkschaftsbund

04.12.2014

Gedicht: Für eine soziale Stadt

von Johannes Müllner

Für eine soziale Stadt

Das Tor zur Welt - ein Prädikat,
das Hamburg gern in Anspruch nimmt.
Die Stadt ist schön, lebendig, akkurat.
Es sieht so aus, dass alles stimmt.

Nicht allen Bürgern geht es gut,
besonders denen, die stets Hilfe brauchen.
Auch andere verzweifeln, haben nicht den Mut,
die Armut zuzugeben. Sie werden straucheln.

Hauptstadt der Altersarmut ist ein and´rer Name
für unser Hamburg, das sich gerne loben lässt.
Die Stadt ist selbstbewusst wie eine stolze Dame.
Doch Altersarmut wirkt so wie ein schmerzlicher Abzess.

In einer Stadt mit über 40.000 Millionären
muss man sich fragen: "wo bleibt denn die Gerechtigkeit?"
Wenn 21.000 Ältere sich nur von Staatshilfe ernähren,
sind sie Verlierer. Sie hatten eben Pech gehabt vor ihrer Alterszeit.

Hamburg als Heimat, danach lohnt es sich zu streben.
Doch wird dies Ziel durch Bundespolitik sehr oft erschwert.
Denn wenn die Renten ständig sinken, so ist das wie ein Beben,
das armen alten Menschen die Lebensqualität nicht mehr gewährt.

70 Prozent der Bürger haben Angst vorm Älterwerden,
sind sehr besorgt: Wird meine Rente letztlich reichen?.
Dieses Signal muss auch die Bürgerschaft bewerten,
denn auch der Bundesrat hat Macht und stellt oft Weichen.

Es stimmt ´was nicht in unserem System,
es lässt die Reichen weiter den Profit kassieren.
Soziale Spaltung zu bekämpfen, ist ein Problem,
doch darf das Rathausparlament dies niemals ignorieren.

Zwar gibt es viel zu tun in einer großen Stadt,
Wohnungsbau, Integration, Bildung und auch Verkehr,
sie zu gestalten, ist oft schwieriger als ein Spagat.
Doch wichtige Beschlüsse in Berlin bewirken oftmals mehr.

Die Lebensqualität der Menschen in uns´rer tollen Stadt
ergibt sich eben nicht allein vor Ort, so wichtig Städtepolitik auch ist.
Es kommt drauf an, ständig mit Druck, der ´s in sich hat
Einfluss zu nehmen, damit das Machtkartell Berlin die Menschen nicht vergisst.


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