Deutscher Gewerkschaftsbund

07.10.2017

Aktion gegen unfaire Löhne in der Transportbranche

Mit einer Aktion am Welttag für menschenwürdige Arbeit haben DGB, ver.di und Arbeit und Leben Hamburg heute auf Fälle von Lohnbetrug in der LKW-Transportbranche aufmerksam gemacht. Opfer sind häufig Fahrer aus Osteuropa.

Beratungsteams waren auf der Raststätte Stillhorn unterwegs, um über Arbeitsrechte zu informieren. Auftretende Probleme waren Verstöße gegen den Mindestlohn bei Tagespauschalen von 40 oder 50 Euro, Überstunden und Betrug an den Sozialkassen.

Auch die Medien haben über die Aktion berichtet. Hier geht es zum Beitrag im NDR Fernsehen, Hamburg Journal.

Auch die Hamburger Morgenpost berichtete in einem kurzen Text.

 

 

Michael Wahl vom DGB-Projekt Faire Mobilität: „Wir haben in den letzten drei Monaten mit etwa 1000 osteuropäischen Fahrern gesprochen und beobachten eine besorgniserregende Systematik:  Die allermeisten Fahrer transportieren für uns westeuropäische Waren in Westeuropa. Sie leben dafür bis zu drei Monate am Stück in ihren engen LKW-Kabinen. Und obwohl sich ihr Leben auf Westeuropas Autobahnen abspielt, bekommen sie dafür trotzdem nur einen osteuropäische Lohn. Das ist gefährlich, unfair und vor allem unnötig: Unsere Gesellschaft kann sich allemal leisten, diese Menschen mit Würde zu behandeln und sie für einen harten Job deutlich über Mindestlohn zu bezahlen.“

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger: „Wir fordern menschenwürdige Arbeitsbedingungen für alle Menschen, egal in welchem Job und aus welchem Land. Bei grenzüberschreitenden Arbeiten dürfen keine rechtsfreien Räume entstehen. Deswegen brauchen wir stärkere Kontrollen und wirksame Sanktionen, um Beschäftigte vor Lohndumping und miesen Arbeitsbedingungen zu schützen.“

Rüdiger Winter, Arbeit und Leben Hamburg: „Gerade in Hamburg als eines der bedeutendsten Logistikzentren Deutschlands sind in den Lager- und Transportunternehmen viele Arbeitnehmer/innen aus mittel- und osteuropäischen EU-Ländern beschäftigt – leider häufig zu unfairen Bedingungen. Das merken wir auch in unserer Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit, wo wir es in unseren Beratungsgesprächen immer wieder mit ausbeuterischen Arbeitsverträgen und Verstößen gegen das Arbeitsrecht zu tun haben.“

Zum Hintergrund:

Das DGB-Projekt Faire Mobilität führt in diesem Jahr rund 30 Aktionen für LKW-Fahrer auf Raststätten und Autohöfen in ganz Deutschland durch. Ziel ist es, auf Missstände aufmerksam zu machen und „Gute Arbeit“ im Transportsektor aktiv zu fördern. Mehr Informationen: http://www.faire-mobilitaet.de/

Mit dem „Tag für menschenwürdige Arbeit“ wirbt der Internationale Gewerkschaftsbund jedes Jahr am 7. Oktober mit weltweiten Aktionen und Veranstaltungen für Gute Arbeit und macht auf Verletzungen von Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechten aufmerksam.

 


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