Deutscher Gewerkschaftsbund

04.08.2015

Flüchtlinge: Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern

In der Flüchtlings-Debatte fordert Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger eine möglichst schnelle und umfassende Integration der Menschen in den Arbeitsmarkt. „Aktuell geht es zwar vor allem um eine möglichst gute Unterbringung und vernünftige Erstversorgung der Flüchtlinge in Hamburg. Doch für eine nachhaltige gesellschaftliche Teilhabe ist der Zugang zu Arbeit ein entscheidender Faktor“, so Karger, „der Arbeitsmarkt gibt genug Möglichkeiten her.“

Jedoch müssten einige Hürden abgebaut werden, die Asylsuchenden den Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren. So wäre das Erlernen der deutschen Sprache ein wichtiger Baustein. Das Angebot an Integrations- und Sprachkursen sei jedoch noch völlig unzureichend. Die Mittel und das Kursangebot müssten deutlich aufgestockt werden. Angebote, wie sie jetzt zum Beispiel an der Universität zur Vorbereitung auf ein Studium geplant sind, müssten Schule machen.

Ein weiterer wichtiger Baustein sei die umfassende und schnelle Prüfung von ausländischen Berufsabschlüssen und Qualifikationen. „Asylsuchenden muss möglichst rasch die Möglichkeit gegeben werden, ihre Fähigkeiten einzubringen, anstatt sie in fachfremde Tätigkeiten zu drängen. Dafür muss früh erkannt werden, über welche Kenntnisse sie verfügen“, so Karger. Kosten für die Anerkennung von amtlichen Papieren, Urkunden, etc. müssten übernommen werden, damit das nicht zu einer Hürde für Asylsuchende werde.

Generell müsste Asylbewerbern ein sicherer Aufenthalt gewährt werden, wenn sie über einen Arbeitsplatz ver-fügten. Nur so könne auch einer Verunsicherung bei den Arbeitgebern vorgebeugt werden.

Gleichzeitig müsse verhindert werden, dass die Asylsuchenden in Schwarzarbeit, unsichere und unterbezahlte Jobs gedrängt werden. Karger: „In unseren Beratungsstellen machen wir die Erfahrung, dass viele Asylsuchende und Menschen ohne Papiere Opfer von Ausbeutung und Lohnbetrug werden, weil sie nicht ausreichend über ihre Rechte informiert sind“. Eine schnellere Erteilung von Arbeitserlaubnissen und ein Ausbau der Beratungen würde hier vorbeugen.


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Dieser Artikel gehört zum Dossier:

Dossier Flüchtlinge: Was machen Hamburgs Gewerkschaften?

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