Deutscher Gewerkschaftsbund

10.05.2012

Equal Pay Day: Frauen Silvester in Hamburgs Innenstadt

Silvester im Märt und die Stimmung ist gut

DGB Hamburg

Für viele Frauen beginnt das neue Jahr - auf den Jahresverdienst bezogen - erst knapp drei Monate später als bei den Männern. Um das Einkommen zu erzielen, das Männer bereits am 31.12. des Vorjahres hatten, müssen Frauen bis zum sogenannten Equal Pay Day des Folgejahres arbeiten, in Deutschland also bis zum 23. März.

Deswegen haben wir DGB-Frauen an diesem Tag symbolisch „Silvester“ mit einem Zug durch die Innenstadt gefeiert! Zusammen mit Vertreterinnen des SoVD ging es mit bunten Hüten geschmückt und Sekt trinkender Weise einmal durch die Innenstadt.

Zum Hintergrund: Frauen in Deutschland verdienen immer noch 23 % weniger als ihre männlichen Kollegen. Im europäischen Vergleich ist Deutschland eines der Schlusslichter.
Laut Statistikamt Nord lag der Durchschnittsverdienst der Arbeitnehmerinnen in Hamburg im Jahr 2010 im Schnitt um 19 % niedriger als die der Arbeitnehmer.

Gesetzliche Regelungen zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit müssen her

Während vollzeitbeschäftigte Männer im Durchschnitt 50787 € brutto verdienten, kamen vollzeitbeschäftigte Frauen auf einen durchschnittlichen Bruttoverdienst von 40941 €. Besonders groß ist der Abstand bei Arbeitnehmern in leitender Stellung. Hier beträgt der Unterschied sogar 25 %.

Deshalb  fordern die Gewerkschaftsfrauen verbindliche gesetzliche Regelungen zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit. Minijobs sind eine Armutsfalle für die meisten Frauen. Die Abschaffung der Minijobs ist zwingend. Verschiedene Gutachten (Gutachten zum Gleichstellungsbericht, Gutachten Institut zur Zukunft der Arbeit) fordern das auch. Weitere Forderungen: Mindestlohn von 8,50 €, um Lohnspirale nach unten zu stoppen – Frauen arbeiten oft im Niedriglohnsektor.

Petra Heese


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