Deutscher Gewerkschaftsbund

28.11.2017

Managergehälter an Einkommensentwicklung koppeln

Die ganze Stellungnahme von Katja Karger:

„Die großzügigen Gehälter der Manager/-innen sind ein absolutes Reizthema in der Bevölkerung, gerade weil sie sich immer mehr von der Wirklichkeit der Beschäftigten entkoppeln. Die Steigerungsraten stehen doch in keinem Verhältnis mehr zueinander. Zwar langt die Privatwirtschaft noch mehr zu als die Öffentlichen Unternehmen, aber gerade Letztere tragen eine andere Verantwortung gegenüber der Bevölkerung.

Dass bei den hohen Gehaltssteigerungen ausgerechnet Hamburger Unternehmer dabei sind, die in den vergangenen Monaten durch miese Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung der Beschäftigten aufgefallen sind, ist der größte Hohn. Es ist niemandem zu vermitteln, warum die Belegschaft grade mal 2 bis 3 Prozent Gehaltserhöhung bekommt, während die Chefs sich 10 oder mehr Prozent gönnen.

Auch gesamtökonomisch sind solch exorbitanten Gehälter eine Gefahr. Manager/-innen sparen und mehren ihr Vermögen in einem Ausmaß, das normale Beschäftigte nie erreichen können. Auf Einkommensungleichheit folgt also die Vermögensungleichheit. Setzt sich ein solcher Trend bei vielen Unternehmen durch, nimmt die Ungleichheit in der Gesellschaft noch weiter zu. Das gefährdet den sozialen Zusammenhalt.

Deswegen setzt der DGB auf die Deckelung von Managergehältern sowohl in der Privatwirtschaft als auch bei Öffentlichen Unternehmen. Die Gehälter müssen sich an der Einkommensentwicklung der Beschäftigten in ihrem Unternehmen orientieren und endlich wieder in einem vernünftigen Verhältnis zu den Durchschnittseinkommen der Arbeitenden stehen.“


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