Deutscher Gewerkschaftsbund

23.11.2016

Rückblick: Wiedereröffnung des historischen Musiksaals

Nach rund 5-jähriger Bauzeit sind die historischen Säle im denkmalgeschützten Gewerkschaftshaus nach aufwändiger Sanierung wieder hergestellt worden. Fast auf den Monat genau 110 Jahre nach dem Bau des Gebäudes (Einweihung am 29.12.1906), das die Arbeitnehmervertretungen in Hamburg beheimatet.
In einem Festakt am 23. November, bei dem u.a. auch Bürgermeister Olaf Scholz teilnahm, werden die Säle nun offiziell wiedereröffnet.

 

 

Jahrzehnte lang waren die Räumlichkeiten mit ihren wunderschönen Stuckdecken, Reliefs und historischen Fliesenarbeiten aus den 1920er Jahren hinter Wandverkleidungen verborgen. Jetzt erstrahlen sie wieder in neuem Glanz. Damit ist der wichtigste Ort der Hamburger Arbeiterbewegung wieder als Ganzes zugänglich.
Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger: „Wer diese Räume betritt, der atmet Geschichte: Hier wurde zu großen Streiks aufgerufen, nach dem zweiten Weltkrieg die Hamburger Gewerkschaftsbewegung wieder aufgebaut, aber auch getanzt, Theater gespielt und Eisbein serviert. Wir machen das Gewerkschaftshaus zu einem lebendigen Treffpunkt. Die tollen Säle geben uns neue Möglichkeiten dem vielfältigen, bunten Gewerkschaftsleben angemessen Raum zu geben.“


Für die Bauarbeiten zuständig war die Vermögensverwaltungs- und Treuhand-Gesellschaft des DGB (VTG). Deren Geschäftsführer Gottfried Feichtinger sagt: „Wir haben ein Stück Gewerkschaftsgeschichte erhalten. In dieser Form ist das einmalig in Deutschland. Ich kenne kein anderes Haus, bei dem die Historie mit so viel Liebe bewahrt worden ist. Gleichzeitig sind die Säle aber auch fit für die Zukunft. Die eingebaute Technik entspricht hohen Ansprüchen. Damit finden die Gewerkschaften ideale Bedingungen für Versammlungen, Kulturveranstaltungen oder Konferenzen vor.“

Größte Herausforderung bei den Bauarbeiten war es, die alte Bausubstanz zu erhalten, sie gleichzeitig aber auch zu modernisieren im Hinblick auf Energetik, Schalschutz und Akustik.  

Die Reden von Katja Karger, Olaf Scholz, Stefan Körzell und die Folien zum Vortrag von Prof. Dr. Klaus Dörre:

 

161123_Saalerffnung_Rede_KKarger.pdf (PDF, 260 kB)

Redemanuskript der Kollegin Katja Karger

161123_Saalerffnung_Rede_SKoerzell.pdf (PDF, 145 kB)

Redemanuskript des Kollegen Stefan Körzell

Der Historiker Michael Joho aus St. Georg ist ein großer Kenner der Geschichte des Hauses und bietet immer wieder Rundgänge um und durch das Gewerkschaftshaus an. Hier gibt es seinen Vortrag, den er zum Tag des offenen Denkmals 2017 und in ähnlicher Form auch zur Wiedereröffnung des Musiksaals gehalten hat.

 

Momente aus der Geschichte des Gewerkschaftshaus und seiner Säle

29.12.1906:     Einweihung des Gewerkschaftshauses

Mai 1915:        Das Haus dient als „Kriegsküche“ für täglich bis zu 100.000 Menschen

13.3.1920:       Verbände rufen zum Generalstreik auf

2.5.1933:         Besetzung durch die Nationalsozialisten

14.9.1945:       Rückgabe durch die britische Militärregierung an die Gewerkschaften

1945 – 1948:    Das Haus dient dem Deutschen Schauspielhaus als Spielstätte

8.7.1963:         „Dinner for one“ wird im Theater für den NDR aufgezeichnet

1969 - 1970:     Rund 200.000 Besucher sehen 212 Vorstellungen des Musicals „Hair“

1991:              Massive Umbauten der Säle und im Gewerkschaftshaus insgesamt

2016:              Wiedereröffnung der historischen Säle

 

Unter diesem Link können die Säle gebucht werden.


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