Deutscher Gewerkschaftsbund

19.07.2016

"Herrschaft der Alten?" Reaktionen der DGB-Senioren

Der Artikel in der Hamburger Morgenpost beginnt so: "Mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 steht Deutschland vor tiefgreifenden Veränderungen: Die „Alten“ bestimmen erstmals in der Geschichte mehrheitlich, wer das Land regiert. Eine Folge der demografischen Entwicklung in Deutschland, die auch Auswirkungen auf die Politik haben wird." In der Folge wird der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Straubhaar mit den Worten zitiert: "Die Rentenpolitik der Großen Koalition zeigt lehrbuchhaft, welche fatalen Folgen die Gerontokratie (Herrschaft der Alten) hat". Den ganzen Artikel gibt es hier zum nachlesen: http://www.mopo.de/hamburg/politik/-generation-55plus---die-herrschaft-der-alten-24380928 .

In einem zum Artikel gehörigen Kommentar heißt es: "Die Wirtschaft brummt, die Steuern sprudeln. Einen Großteil dieser Mehreinnahmen „investiert“ Deutschland in seinen betagten Bevölkerungsanteil, der das Land qua seiner Masse dominiert. Und dennoch sind es die Sorgen der Alten vor Altersarmut, Pflegenotstand, Überfremdung und nationalem Identitätsverlust, welche die öffentlichen Debatten dominieren."

"Haben die normalen Rentnerinnen und Rentner Schuld an hohen Mieten in den Städten und prekären Arbeitsbedingungen der jungen Menschen?"

Vertreter/innen der DGB-Senioren haben daraufhin Leserbriefe an die Morgenpost geschickt. Johannes Müllner schreibt: "Mit keinem Wort gehen sie auf die gesetzlich vorgezeichnete Absenkung des Rentenniveaus ein. Damit unterschlagen Sie die konkrete Gefahr von Altersarmut, die besonders künftigen Rentenbeziehern droht. Eigentlich müssten Sie die „Aktion Seniorenaufstand“ loben. Hier legen sich Ältere ins Zeug, um besonders der von Altersarmut bedrohten künftigen Rentnergeneration dieses Schicksal zu ersparen. Es ist schon bezeichnend, dass es gerade Ältere sind, die gegen eine gefährliche rentenpolitische Entwicklung kämpfen. Eigentlich wäre dies Sache der gesamten Gesellschaft."

Rolf-Rüdiger Beyer: "Es ist immer einfacher, sich einen Sündenbock zu suchen als die tatsächlichen Probleme anzusprechen. Insofern hat es Methode, die Jungen gegen die Alten oder die  Inländer gegen die Ausländer auszuspielen. Haben die normalen Rentnerinnen und Rentner Schuld an hohen Mieten in den Städten und prekären Arbeitsbedingungen der jungen Menschen. Natürlich nicht! Die hohen Mieten werden von den Vermietern kassiert. Die prekären Arbeitsbedingungen sind durch politischen Entscheidungen ermöglicht worden und werden von den Arbeitgebern weidlich ausgenutzt."

Reiner Heyse meint: "Den Rentnern geht es „so gut“, dass die Zahl der Grundsicherungsempfänger (nicht der -berechtigten) sich verdoppelt hat."

Alle Leserbriefe sind unten im anhängenden .pdf dokumentiert.


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