Deutscher Gewerkschaftsbund

08.03.2016

Veranstaltungsrückblick: „Sind die Renten wegen der Alterung der Gesellschaft noch finanzierbar?“

Gerd Bosbach

Gerd Bosbach Krista Deppe

Im Bürgerhaus Wilhelmsburg fanden sich am 2. März 2016 ca. 150 Teilnehmer ein, um Professor Dr. Gerd Bosbach zu hören. Die Veranstaltung wurde eröffnet durch die Hamburger DGB-Vorsitzende Katja Karger. Sie betonte, dass der DGB mit seinen Mitgliedsgewerkschaften eine Kampagne zur Stärkung des gesetzlichen Rentensystems plane, die im Herbst dieses Jahres starten soll. Dabei wird das Thema Verhinderung von Altersarmut eine zentrale Rolle spielen.

Unter diesem Link geht es zu unserer Medienmitteilung zum Thema Rentenpolitik.

Im Anschluss daran hielt Prof. Dr. Bosbach das Hauptreferat. Zunächst verbat er sich, mit Professor angeredet zu werden, schließlich sei er mehr als 40 Jahre ver.di-Mitglied. In erfrischender Weise stellte er dar wie der demografische Wandel als Bedrohung inszeniert wird. Er wies nach, dass die angeblich bedrohliche Überalterung der Gesellschaft periodisch in den letzten 85 Jahren immer wieder eine Rolle gespielt hat. Nur sind die dramatischen Vorhersagen nie eingetreten. Im Gegenteil, trotz Weltkrieg und kostenträchtigem Wiederaufbau hat bis zur Jahrtausendwende ein beispielloser Ausbau des Sozialstaates stattgefunden. Die Steigerung der Produktivität und Wirtschaftswachstum haben all dies möglich gemacht.

Danach rechnete er vor, dass bei lediglich 1 Prozent Wirtschaftswachstum dies auch zukünftig möglich sei, sofern die Arbeitnehmer mit ihren Entgelten an dem Wirtschaftswachstum beteiligt werden. Auch höhere Beiträge zur Rentenversicherung, natürlich paritätisch finanziert, sind dann trotz der Verbesserung der Lebenslagen möglich. Die Vergangenheit habe bewiesen, dass die umlagenfinanzierte Alterssicherung der kapitalgedeckten- deutlich überlegen und sicherer sei.

Im Anschluss fand eine rege Diskussion, unter anderem zu dem Für und Wider der betrieblichen Alterssicherung, statt. Den Abschluss bildeten Beiträge von Holger Mahler, ver.di, und Rolf-Rüdiger Beyer, IG Metall, zu den Alterssicherungskonzepten ihrer Gewerkschaften. Die Präsentationen können hier herunter geladen werden. Genauso wie ein spannender Text von Gerd Bosbach und Klaus Bingler mit dem Titel "Arbeitskräftemangel der Zukunft?"

 

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