Deutscher Gewerkschaftsbund

Flüchtlinge: Was wir machen (können)

07.09.2015

DGB Hamburg begrüßt vielfältige Aktivitäten des Senats zur Integration von Flüchtlingen

Nachdem bereits die Hamburger Bevölkerung viel für die Flüchtlinge geleistet hat, ziehen nun Politik und Behörden nach und schaffen einen Rahmen für die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Nach der Stärkung des ehrenamtlichen Engagements, das am Mittwoch in der Bürgerschaft beschlossen wurde, wird der Senat endlich auch hinsichtlich der Integration in Arbeit aktiv. Der DGB Hamburg begrüßt diese Aktivitäten ausdrücklich: „Individuelle Probleme brauchen individuelle Lösungen – das Projekt zur ganzheitlichen und rechtskreisübergreifenden Beratung und Vermittlung von Flüchtlingen ist ein wichtiger Schritt in die richtige ‚Richtung“ so die Vorsitzende DGB Hamburg, Katja Karger.

Es sei wichtig, den Neuhamburgerinnen und Neuhamburgern den Weg in Ausbildung und Arbeit zu erleichtern. Dafür seien neben den politischen Rahmenbedingungen nun der Einsatz der Unternehmen notwendig, so Karger: „Jetzt sind die Betriebe gefragt, um Arbeitsplätze zu schaffen, mit denen eine Integration gelingen kann. Dazu gehört Sprachförderung während der Beschäftigung sowie Maßnahmen zum Inhousing – also ausgegliederte Tätigkeiten wieder ins Unternehmen zurück zu holen“. Die Gewerkschaften unterstützen den Prozess der betrieblichen Integration über Betriebsräteschulungen, Coaching zur interkulturellen Kommunikation und Mentoring-Programme.

Die Gewerkschaften weisen zudem darauf hin, dass eine arbeitsrechtliche Beratung notwendig ist. Wenn die Einwanderer Arbeit gefunden haben, brauchen sie Kenntnisse über ihre Rechte und Pflichten; über die Sozialpartnerschaft in Deutschland, den Mindestlohn und Gesundheitsschutz. „Wir werden sehr genau darauf achten, dass Flüchtlinge unter guten Arbeitsbedingungen beschäftigt werden. Ein „Abfischen“ von billigen Arbeitskräften werden wir nicht zulassen“, so Karger.

Voraussetzung für die Integration in den Arbeitsmarkt sei allerdings auch die Herstellung einer gesicherten Perspektive. „Menschen, die eine Ausbildung beginnen, einen Arbeitsplatz bekommen und sich integrieren, brauchen einen sicheren Aufenthaltsstatus. Die Unübersichtlichkeit der Verfahren hindert noch viele Betriebe daran, Flüchtlinge einzustellen. Gerade die jungen Flüchtlinge brauchen für die Zeit der schulischen und beruflichen Ausbildung eine sichere Perspektive“, so Karger


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