Deutscher Gewerkschaftsbund

10.07.2014

Mit Tarifvertrag gibt es mehr Urlaubstage und mehr Urlaubsgeld

Sommer, Sonne, Ferienzeit: Leider bekommen nur 45 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld, 50 Prozent der Männer, aber nur 38 Prozent der Frauen erhalten die Sonderzahlung. Eindeutig profitieren die Beschäftigten von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers. Diese erhalten zu 59 Prozent Urlaubsgeld, Beschäftigte ohne Tarifbindung dagegen nur zu 33 Prozent. Außerdem legen Tarifverträge in der Regel deutlich mehr Urlaubstage fest als gesetzlich vorgeschrieben. „Das Urlaubsgeld fällt nicht vom Sonnenhimmel: Es ist den Beschäftigten in den Betrieben zu verdanken, die sich für gute Arbeitsbedingungen, für Betriebsräte und Tarifverträge einsetzen“, sagt Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg. Sie erinnert daran, dass freie Tage und Sonderzahlungen von den Gewerkschaften und engagierten Arbeitnehmern erkämpft worden sind.

Die IG Metall hat einige Infos zusammengetragen, wie Tarifverträge in der Ferienzeit ein echtes Plus an Freizeit und Geld bringen. Zum Beispiel bei der Zahl der Urlaubstage: "Per Gesetz sind nur 24 Tage vorgeschrieben – und die auch nur für Arbeitnehmer, die sechs Tage in der Woche arbeiten", so die IG Metall. "Bei einer Fünf-Tage-Woche muss der Chef seinem Arbeitnehmer sogar nur 20 freie Tage genehmigen." Viele Tarifverträge sehen deutlich mehr vor – in der Metallbranche in der Regel 30 Tage pro Jahr.

Familie am Strand

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Vorteile mit Tarifvertrag

45 Prozent der Beschäftigten erhalten von ihrem Arbeitgeber ein Urlaubsgeld. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. Rund 11.200 Beschäftigte haben sich an der Befragung beteiligt. Eindeutig profitieren die Beschäftigten von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers. Beschäftigte mit Tarifbindung erhalten zu 59 Prozent ein Urlaubsgeld, Beschäftigte ohne Tarifbindung dagegen nur zu 33 Prozent.

Grafik Urlaubsgeld 2014

1) Endstufe; 2) nur Angestellte; 3) nur Arbeiter Quelle: WSI-Tarifarchiv, Stand: April 2014; Hans Böckler-Stiftung 2014

Frauen auch beim Urlaubsgeld noch im Nachteil

Männer bekommen laut der Umfrage häufiger Urlaubsgeld (50 %) als Frauen (38 %). Auch hier verbessern Tarifverträge die Situation: Denn sie machen bei der Frage, ob Urlaubsgeld gezahlt wird, keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Weitere Ergebnisse der Umfrage: In Westdeutschland fällt der Anteil von Beschäftigten mit Urlaubsgeld mit 48% höher aus als im Osten (32 %). In Kleinbetrieben unter 100 Beschäftigten gibt es seltener ein Urlaubsgeld (36 %) als in größeren Betrieben über 500 Beschäftigten (56 %). Von den Beschäftigten mit einem geringen Monatsverdienst (unter 1.000 Euro) erhält nur ein Viertel (26 %) ein Urlaubsgeld, von den Beschäftigten mit hohem Gehalt (5.000 bis 6.000 Euro) dagegen gut die Hälfte (53 %).

Bis zu 2.204 Euro Urlaubsgeld

Die Höhe der tariflich vereinbarten Urlaubsextras fällt je nach Branche sehr unterschiedlich aus: Zwischen 155 und 2.204 Euro bekommen Beschäftigte in der mittleren Vergütungsgruppe in diesem Jahr als tarifliches Urlaubsgeld (ohne Berücksichtigung von Zulagen und Zuschlägen, bezogen auf die Endstufe der Urlaubsdauer). Auch das zeigt die aktuelle Auswertung des WSI-Tarifarchivs für 22 Wirtschaftszweige (Stand: 20. April 2014). Die höchsten Zahlungen erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter anderem in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, in der Druckindustrie sowie in der Metallindustrie.

Mehr Urlaubsgeld für acht Branchen

Gegenüber dem Vorjahr hat sich das tarifliche Urlaubsgeld in acht der untersuchten Branchen erhöht, und zwar zwischen 2,0% (Textilindustrie Westfalen und Osnabrück), 3,0% (Einzelhandel, Papierverarbeitung), 3,2% (Versicherungsgewerbe), 3,4% (Metallindustrie), 5,3% (Gebäudereinigerhandwerk Ost ohne Berlin) und bis zu 6,7% (Textilindustrie Ost).

WSI-Tarifarchiv: "Wer bekommt Urlaubsgeld und was sehen die Tarifverträge vor?"

 


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