Deutscher Gewerkschaftsbund

11.02.2019
Rund 100 Kolleg/-innen waren dabei

Rückblick: Unsere große Ehrenamtskonferenz

Ehrenämtler auf der Konferenz

Ehrenämtler auf der Konferenz Martin Weinhold/DGB HH

Austausch, netzwerken, informieren – das stand im Mittelpunkt unserer ersten Ehrenamts-Konferenz im Gewerkschaftshaus. Und natürlich auch: Danke sagen. Danke für das ehrenamtliche Engagement der vielen Aktiven bei den Gewerkschaften und dem DGB Hamburg.

 


Rund 100 Teilnehmer/-innen sind waren am Samstag, den 9. Februar im Musiksaal im Gewerkschaftshaus, um miteinander ins Gespräch zu kommen und sich viel Input abzuholen: Es gab drei verschiedene Workshops und Vorträge.

Ehrenamts-Konferenz

Ehrenamts-Konferenz Martin Weinhold

Die Vielfalt des Ehrenamts bei den Gewerkschaften wurde bei einem Talk zum Start deutlich: Susanne aus dem Stadtverband Harburg, Wolfgang als Prüfer, Klaus-Peter von den Senioren und Helga als Arbeitsrichterin gaben einen kurzen Einblick in ihre Tätigkeit und bekamen viel Applaus von ihren Kolleg/-innen. Beifall, der stellvertretend für alle Anwesenden und ihre Arbeit als Ehrenämtler steht. Dann ging es in die Workshops.

Ehrenamts-Konferenz

Ehrenamts-Konferenz Martin Weinhold

Die Workshops

„Einfache Sprache“ in der ehrenamtlichen Arbeit mit dem Team von BasisKomPlus. Nur wer versteht, wovon die Rede ist, kann auch selber mitreden. Vielen Menschen fällt es schwer, längere Texte zu lesen und zu verstehen. Was kann ich beachten, um mich einfach und verständlich ausdrücken? Was kann ich beachten, wenn ich einen Text verfasse, den viele Menschen verstehen sollen? Informationen gibt es in einer Broschüre des DGB-Projekts mento unter diesem Link.

Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt in Hamburg mit dem Team von empower. Anhand von Praxisbeispielen wurde dargestellt, wie rechte Ideologien alltäglich in der gesellschaftlichen Mitte verankert ist und was Solidarität mit Betroffenen bedeutet. Zwei Broschüren wurden dabei vorgestellt:

view - Einblicke in Gewaltverhältnisse, politische Konzepte und Perspektiven. Rassismus gegen Rom*nja und Sinte*zza. Hier als pdf und
Rassismus als Terror, Struktur und Einstellung - Bildungsbaustein NSU-Komplex. Hier als pdf .

Bei "Gute Kommunikation im Ehrenamt" mit Jürgen Siebers ging es um Fragen stellen, Ich-Aussagen treffen, aktives Zuhören, Konflikte ansprechen. Das Unterthema dieser Bausteine war die Verbesserung des Selbst-Vertrauens.

Die Vorträge: Digitalisierung, Arbeitsschutz und Rechtes Denken in den Betrieben

 

Ehrenamts-Konferenz

Ehrenamts-Konferenz Martin Weinhold

Parallel liefen die Vorträge. Oliver Suchy vom DGB Bundesvorstand ließ zunächst die Anwesenden zum Thema „Digitalisierung“ zu Wort kommen. Deutlich wurde: Es gibt viel Verunsicherung. Was bedeutet Home Office, Big Data oder künstliche Intelligenz für unsere Arbeitsplätze? Was ist mit dem Datenschutz? Für Suchy liegt der Schlüssel im „Empowerment“, also der Qualifizierung und Weiterbildung. Beschäftigte dürften nicht abgehängt werden. Gleichzeitig sollten Gewerkschaften und Betriebsräte die Prozesse kritisch begleiten, ohne sich als Bremser abstempeln und unter Druck setzen zu lassen. „Chancen realisieren, Risiken minimieren“ müsse das Motto sein. Seine Präsentation gibt es unten zum Download.

 

Ehrenamts-Konferenz

Ehrenamts-Konferenz Martin Weinhold

Heike Klamroth von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz referierte über „psychische Belastungen im Betrieb“. Das Problem: Vielen Arbeitgebern und Beschäftigten sei nicht bewusst, dass Betriebe diese Themen nach dem Gesetz systematisch angehen müssten, um die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu schützen. In ihrem Vortrag zeigte sie sehr anschaulich anhand vieler Beispiele auf, wo Arbeitgeber gegen Verordnungen verstoßen und Beschäftigte darunter leiden. Zudem wurden Handlungsmöglichkeiten präsentiert. Deutlich wurde zudem, dass viel zu wenige Betriebe regelmäßig geprüft werden können. Es fehlt schlicht das Personal dafür. Viel zu viele Verstöße würden so gar nicht erst aufgedeckt. Die Präsentation gibt es unten zum Download.

 

Ehrenamts-Konferenz

Ehrenamts-Konferenz Martin Weinhold

Richard Detje vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung nahm sich dem Thema Rechtspopulismus und Gewerkschaften an. Für eine Studie haben er und sein Institut Interviews mit Beschäftigten geführt und eine „Entgrenzung von Alltagsrassismus“ in den Betrieben festgestellt. Jetzt wird ausgesprochen, was sich früher niemand getraut habe. Eine Ursache für rechtes Denken bei Gewerkschafter/-innen sieht er im  generellen Wandel der Arbeitswelt: Beschäftigte müssten immer agiler, flexibler sein, ihren Output erhöhen. Das führe zu einem generellen Unbehagen und der Frage: Kann ich in Zukunft noch mithalten? Was wird durch Outsourcing und Digitalisierung aus meinem Arbeitsplatz? Kontrolle und Sicherheit ginge verloren. Gleichzeitig fehle es auch an einem Aufstiegsversprechen.

Gewerkschafter/-innen riet er, klare Kante zu zeigen, aber auch den offenen Dialog zu suchen und Ängste ernst zu nehmen. Gewerkschaften müssten sich noch viel stärker als solidarische Gemeinschaft anbieten, um Verlustängsten zu begegnen und eine Demokratiebewegung von unten zu stärken. Die Präsentation gibt es unten zum Download.

 

Zum Schluss sagte auch Staatsrätin Petra Lotzkat allen Aktiven „Danke“ und stellte die Initiativen der Stadt vor, um das Ehrenamt zu stärken. Bemerkenswert: Über 500.000 Menschen engagieren sich in Hamburg ehrenamtlich. Die Stadt verabschiedete 2014 als erstes Bundesland eine eigene Strategie zur Förderung des freiwilligen Engagements. Hintergründe dazu gibt es in der weiter unten angefügten Präsentation. 

Bei Essen und Trinken und der schönen Musik der Band Kosmopolka ging der Abend schließlich sehr lebendig zu Ende.

Hier geht es zu unserer Info-Seite über alle Ehrenämter beim DGB Hamburg

 


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21.06.2019

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