Deutscher Gewerkschaftsbund

Tarifbindung

14.06.2019

Tarifverträge: Der große Unterschied

Tarifbindung stärken

Tarifbindung stärken DGB HH

Ihre Produkte sind süß, aber ihre Mitarbeiter müssen in den sauren Apfel beißen: Die rund 200 Beschäftigten am Hamburger Standort des Kakaoherstellers Barry Callebaut in Veddel haben längere Arbeitszeiten, weniger Urlaub und geringere Schichtzuschläge als ihre Konzernkollegen im nahen Norderstedt. Der Grund: Die Schweizer Mutterfirma Barry Callebaut erkennt den Tarifvertrag für die norddeutsche Süßwarenindustrie in der Hansestadt bislang nicht an, so die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Hamburg-Elmshorn. Damit sich das ändert, sind die Mitarbeiter in den Warnstreik getreten. Erstmals am 7. Juni 2019.

„Neun Stunden Mehrarbeit pro Monat, kein richtiges Weihnachtsgeld, kein Urlaubsgeld und reduzierte Schichtzuschläge – die Beschäftigten haben die Nase voll. Wir fordern deshalb schnellstens eine deutliche Lohnerhöhung von 230 Euro pro Monat und ein echtes Weihnachtsgeld von 100% eines Monatseinkommens. Langfristig gesehen müssen in Hamburg die tariflichen Standards der deutschen Süßwarenindustrie gelten – genauso wie im Norderstedter Werk des Konzerns“, sagt Silke Kettner. Die NGG-Regionalchefin ruft die Konzernleitung dazu auf, die Ungleichbehandlung zu beenden und den Tarifvertrag auch in Hamburg anzuwenden. Sollte das Unternehmen nicht einlenken, könnte es zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommen, so die NGG.

Am 13. Juni lief die dritte Verhandlungsrunde - ohne Ergebnis. "Das Angebot der Arbeitgeber war genauso schlecht wie das bei der letzten Verhandlung und stellt keinerlei Verbesserung dar. Will man uns eigentlich für dumm verkaufen?", heißt es in einer Stellungnahme der NGG.

Das Unternehmen Barry Callebaut Cocoa mit Sitz in Zürich hat sich auf die Herstellung von Kakao- und Schokoladenprodukten insbesondere auch für die weiterverarbeitende Industrie spezialisiert. Auch Restaurants und Bäckereien zählen zu den Abnehmern von Kakaomassen, -butter und -pulver. Im Geschäftsjahr 2017/18 erzielte Barry Callebaut nach eigenen Angaben einen Umsatz von 6,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 11.500 Mitarbeiter an 59 Standorten.

(Quelle: Pressemitteilung und Informationen der NGG Hamburg-Elmshorn)

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